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40 Jahre Sendung mit der Maus:"Wir müssen Flip retten!"

Das liegt auch daran, dass die Maus-Macher schlau genug waren, ihre Moderatorin gewitzt aber stumm zu belassen, so dass sie sich wohltuend von den quietschenden, plärrenden und kreischenden Trickgestalten im restlichen Kinderprogramm abhebt - selbst ein anderer Klassiker, die Biene Maja, kann samt ihrer Freunde das Schreien nicht lassen (Willi: "Majaaaa! MAAAJAAA!" Maja: "Wir müssen Flip REETTEEEEN! Irgendjemand muss doch was TUUUUUN!").

Dankenswerterweise benötigen auch die Weggefährten der Maus keine Worte, weder der kleine blaue Elefant, seit 1973 eine Rarität seiner Art, der kleiner als eine Maus ist, noch die gelbe Ente, die von 1987 an vom Erfindungsreichtum der Maus profitiert. Der blaue Elefant hat inzwischen sogar eine eigene Sendung für Kindergarten- und Vorschulkinder, in der auch alte Maus-Bekannte auftauchen, wie der kleine Maulwurf, ein entzückend fröhliches Wesen, das bei seinen harmlosen, aber amüsanten Abenteuern immer wieder in die Art von Kinderglucksen ausbricht, bei der jeder mitlachen muss. Auch andere Figuren wie Eisbär Lars, Käpt'n Blaubär oder Shaun das Schaf wurden erst mit ihren Maus-Auftritten berühmt.

Das fröhliche statt fordernd-erzieherische Konzept wurde den Sach- und Lachgeschichten nach ihrem Start am 7. März 1971 zunächst vorgehalten, auch dass sich die Autoren nicht als Belehrer, sondern als Erzähler begreifen. Doch die Kritik verstummte.

Und als die Maus in preisgekrönten Sondersendungen wie der "Atom-Maus" (1988) oder der "Wahl-Maus" (1998) das Erklären von heiklen oder schwierigen Themen übernahm, waren wohl nicht nur die Eltern froh, denen schon bei "Warum ist der Himmel blau?", "Was ist Strom?" oder "Wie funktioniert ein Computer?" die Erklärung schwerfällt, um drei der meistgestellten Kinderfragen zu nennen, die an die Maus gesandt wurden.

Die Maus ist so beliebt, dass sie es weit gebracht hat: Stefan Raabs Geburtstagsinterpretation der Titelmelodie, "Hier kommt die Maus", schaffte es 1996 auf Platz zwei der deutschen Charts, Stefan Raab und auch der Komponist der Originalmelodie, Hans Posegga, erhielten Goldene Schallplatten.

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