Zeichen der ZeitIm Schutz der Dunkelheit

Aus Heft 24/09
Jil Sander
Jil Sander Pressebild

Wer nicht immer nur schwarzsehen will, muss getönte Gläser tragen: Die Brillenmode meint es diesen Sommer erfreulich bunt mit uns.

Von: Eckhart Nickel

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Wenn die Welt Grün sieht, ist das keineswegs eine Frage der Haltung allein. Es handelt sich womöglich einfach nur um eine neue Sonnenbrille. Denn als gälte es, die quietschbunte Philosophie der Postmoderne endlich auch auf die Augengläser anzuwenden, leuchten einem in diesem Sommer an den Stränden und in den Städten sogar die Fassungen schrill entgegen. Der ästhetische Kosmos, der damit evoziert wird, liegt irgendwo zwischen der knalligen Plastikwelt von Jacques-Tati-Filmen und dem venezianischen Chic in Minghellas Der talentierte Mr. Ripley. Kurzum: Vor aller Augen ist eine Art hysterisches Wirtschaftswunder ausgebrochen, was psychologisch Sinn hat: Aus der katastrophalen Lage der Ökonomie rettet uns wohl nur noch ein Wunder. Das bunte Aquarium-Leben, das man sich mit einer gelben Wayfarer oder einem tiefseeblauen Modell von Jil Sander vorgaukelt, verabschiedet endlich den langweiligen Blues-Brothers-Tick der schwarzen Sonnenbrillen. Die beige Hornvariante von Oliver Peoples schließlich erlaubt uns stilecht dahin aufzublicken, wo die sinnlose Schönheit unserer Existenz begründet liegt: in den Himmel über der Wüste.

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