Wohnen und DesignLichtblicke

Aus Heft 16/23

Lesezeit: 6 Min.

Stephan Lübbers hinter ­rotem Glas. Lässt sich eine Scheibe aus ­Notre-Dame nicht mehr ­kleben, schneidet er einen Teil aus. 
Stephan Lübbers hinter ­rotem Glas. Lässt sich eine Scheibe aus ­Notre-Dame nicht mehr ­kleben, schneidet er einen Teil aus.  Ricardo Wiesinger

Nach dem Brand von Notre-Dame restaurieren zwei ostwestfälische Glasmaler Fenster der Kathedrale. Ein Besuch bei Handwerkern, die kaum fassen können, welch aufregenden Auftrag sie bekommen haben – und nun eine versteckte Botschaft im Glas hinterlassen wollen.

Text: Astrid Probst Fotos: Ricardo Wiesinger

Dass sie in Paris mitarbeiten würden, erfuhren sie eher nebenbei. Als sei es keine große Sache. »Na, Sie sind da fest eingeplant«, schallte es aus der Videokonferenz. In dem Meeting mit den Handwerkern und Architekten sollte es zwar um eine mögliche deutsch-französische Zusammenarbeit gehen. Aber dass die so schnell zustande käme? Stefan Lücking und Stephan Lübbers sahen einander über die Ränder der Bildschirme an. Baff und ungläubig. Von der restlichen Konferenz im Juni vor zwei Jahren haben sie nicht mehr viel mitbekommen, erzählen sie. Kein Wunder, hatten die Stefans, einer mit f, einer mit ph, doch gerade erfahren, dass sie als Glasmaler Fenster von Notre-Dame restaurieren sollen. Die beiden sitzen Ende Februar 2023 in ihrer Werkstatt in Borchen, lachen und schütteln die Köpfe, wenn sie davon erzählen.

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