Als die Rockband The Flaming Lips diesen Januar in Oklahoma City ein Konzert gab, bei dem das Publikum paarweise in durchsichtigen Plastikbällen steckte, sorgte das weltweit für Schlagzeilen. Warum eigentlich? Mit großen Bällen hatte diese Band in ihren Bühnenshows immer schon gern gespielt. In einem Video vom vergangenen Jahr konnte man Musiker wie Fans auch im Inneren von großen Ein-Mann-Seifenblasen herumhüpfen sehen. Das erinnerte wiederum an die bewohn- und umhertragbaren Blasen, die das Wiener Architekturkollektiv Haus-Rucker-Co der Menschheit vor fünfzig Jahren bereits ans Herz gelegt hatte, als die bemannte Raumfahrt noch ein heißes Thema war und die Vergiftung der Erdatmosphäre grad eins wurde. Sogar an Leonardo da Vinci ließ das denken, der immerhin auch schon einen Menschen in einen Kreis eingezeichnet hatte, den sogenannten Vitruvmann. Denn der wiederum gab in den Achtzigern ein paar Neuseeländern die Idee, den Menschen ganz real in eine Kugel aus Weichplastik zu stecken, über den Strand zu rollen und das Ganze als Fun-Sport zu vermarkten (unter dem Namen »Zorbing«).
Wohnen und DesignBleibende Werte
Aus Heft 14/21
Lesezeit: 7 Min.

Wie wird Corona die Lebenswelt von morgen prägen? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Technische Innovationen, aber auch Umbrüche durch Kriege und Seuchen haben seit jeher Spuren in der Gestaltung und Architektur hinterlassen.
Von Peter Richter Foto: Photographerhal
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