WM-Stilkritik 2006Stilkritik

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Folge 20: das Budweiser

Von: Arno Makowsky

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Erster Eindruck: Es schmeckt gar nicht so schlecht. Man hatte dieses Gebräu ja in übler Erinnerung: wässrig, langweilig, geschmacksneutral. Was natürlich, so glaubte man zu wissen, an dieser merkwürdigen Rezeptur liegt: Ein Bier, das nicht aus Gerste, sondern aus Reis hergestellt wird – igitt, sowas können sich nur Amerikaner einfallen lassen. Dazu kommt dieser unsympathische Markenstreit des US-Biergiganten Anheuser-Busch mit der netten kleinen Budweiser-Brauerei im tschechischen Budweis. Beide brauen sie Budweiser, aber unser Herz gehört den Tschechen, so wie wir auch Pavel Nedved lieber mögen als Landon Donovan. Wir hatten also bei einer Probeverkostung vor dem ersten Stadionbesuch sämtliche Vorurteile gegenüber dem „Industriebier“ (Waldemar Hartmann) in Stellung gebracht – und dann das: Es schmeckt okay. Die Flasche liegt gut in der Hand, das Etikett beleidigt das Auge nicht, und der Satz „Bringst mir ’n Bud mit“ klingt angenehm lässig. Spätestens nach der zweiten Flasche entwickelt man dieses sensationelle offene WM-Gefühl: Wir sind eine große Familie, auch Beckham gehört dazu. Mei, sind wir liberal. Wir trinken sogar ein Bier, das aus Reis gemacht wird. Foto: Reuters

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