WM-Stilkritik 2006Stilkritik

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Folge 19: der Daumenlutscher

Von: Julia Rothhaas

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Wenn ein Fußballer ein Tor schießt, zeichnet er sich im Anschluss daran durch besonders männliche Gesten aus: Er rutscht auf seinen nackten Knien über den Rasen, zieht sich das Hemd über die muskelbepackte Brust und reißt den Mund weit auf, um bis auf die obersten Tribünen des Stadions zu schreien: Seht her, was ich kann! Der Italiener Francesco Totti geht andere Wege: Als ihm in der 95. Minute im Spiel gegen Australien ein Elfmetertor gelingt, läuft er zur Eckfahne und steckt sich den Daumen in den Mund. Er nuckelt daran wie ein kleines Kind. Zum Glück begraben ihn seine Teamkollegen alsbald unter sich, um ihn und den Einzug ins Viertelfinale zu feiern. Die Geste sei seinem sieben Monate alten Sohn Cristian gewidmet, erklärt er nach dem Spiel. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich Totti und andere frisch gebackene Fußball-Papis im weiteren Verlauf des Turniers nach einem Tor verhalten. Liegen sie bald schon brabbelnd und sabbernd auf dem WM-Rasen, spielen mit einer imaginären Rassel und schreien nach einer Wasserflasche, um gierig daran zu saugen? Foto: dpa

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