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Folge 18: die Autofahne

Von: Katrin Gerhardy

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Bisher kannte man Fahnen an Autos in Deutschland von Staatsbesuchen. Die Limousine, in der ein Gast von A nach B chauffiert wird, ist auf der Kühlerhaube mit einer Standarte in den Farben seines Landes geschmückt – als Symbol dafür, dass es sich um eine besondere Person handelt. Seitdem die Welt zu Gast bei Freunden ist, bedient sich eine ganze Nation dieser Geste. Allerdings leicht abgewandelt. Selbst die schäbigste Rostlaube wird zur Staatskarosse gepimpt: Durch ein für 1,99 Euro erworbenes Stück Stoff samt Plastikstange, eingeklemmt zwischen Autoscheibe und Türrahmen. Außerdem sitzt der Grund für die Beflaggung nicht auf der Rückbank, sondern der Fahrer möchte den Eindruck erwecken, er sei ein unantastbarer Diplomat im Auftrag der Nationalelf. Seine Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung in Form von wilden Hupkonzerten werden von der Polizei nur milde belächelt. Doch was passiert eigentlich mit all den Autoflaggen, wenn sich nach dem 9. Juli die Welt nicht mehr nur um Fußball dreht? Landen sie dann lieblos in der Kiste neben der Spezialbrille von der letzten Sonnenfinsternis? Foto: dpa

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