WM-Stilkritik 2006Stilkritik

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Folge 17: Maradona

Von: Alexander Runte

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Die Kameraschwenks auf die Promi-Plätze rufen eigentlich nur Langeweile hervor. Zwischen Politikern und Fifa-Geschäftsfreunden taucht aber häufig ein Typ auf, dessen blauweiß gestreiftes Trikot über dem Bauch spannt und der bei Toren ein zweites Trikot in der Hand lustig herumwirbelt. Bei den Spielen der Argentinier macht er also genau das, was jeder normale Mensch im Vip-Bereich gerne täte: Er benimmt sich komplett daneben. Mit ganzem Herzen ist er Fan seiner argentinischen Mannschaft, deren Spieler er reihum zu seinen einzigen legitimen Nachfolgern ernennt. Und wenn einer seiner Nachfolger gefoult wird, leidet er, als er sei er selbst umgetreten worden. Da ist es ihm auch egal, dass ihm in Italien wegen alter Steuerschulden die Rolex-Uhren abgenommen wurden und ihn bei Hamm die Polizei auf der Autobahn wegen 120 statt erlaubter 80 Stundenkilometer stoppte. Denn – und das mag jetzt für seine Mitpromis überraschend sein – er sitzt im Stadion, um Fußball zu sehen und seine Mannschaft zu feiern. Daher gebührt der Ehrenplatz dem größten Fan dieser WM: Diego Armando Maradona. Foto: ddp

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