WissenEin verborgener Schatz im Ozean

Aus Heft 13/23

Lesezeit: 8 Min.

Schwere See: Welche Stürme und Wellen auch an der Oberfläche tosen – in mehreren Kilometern Tiefe haben sie keine Macht mehr.
Schwere See: Welche Stürme und Wellen auch an der Oberfläche tosen – in mehreren Kilometern Tiefe haben sie keine Macht mehr. Foto: Getty Images

Am Meeresboden ruhen Roh­stoffe, die Bergbau­firmen schürfen möchten. Ihr Abbau würde das größte Ökosystem der Welt schwer stören. Geht die Menschheit Risiken ein, die noch nicht einzuschätzen sind?

Von Roland Schulz

A

Auf ihrem Weg in die Tiefe ließen sie erst das Licht hinter sich. Die Strahlen der Sonne dringen nur durch die obere Schicht des Ozeans, 200 Meter, die ihm sein Blau schenken. Der Tauchroboter sank tiefer, und die Forscher, die ihn steuerten, sahen die Farben schwinden. 500 Meter. Das Wasser dunkelte. 1000 Meter. Finsternis schluckte den Roboter. Er glitt – wie an einer Nabelschnur – durch einen Strang Glasfasern gesteuert abwärts, um zu übermitteln, was seine Sensoren wahrnahmen. Die Wassertemperatur fiel. Der Druck wuchs. 2000 Meter Tiefe. Die Mitternachtszone des Meeres, an der selbst Pottwale auf ihren Tauchgängen kehrtmachen. Tiefer. 3000 Meter. Tiefer. Sie erreichten die Schwärze des Abyssal, wo das Wasser kalt wie Eis wird. Der Druck von 4000 Metern Ozean lastete auf dem Roboter. Im Licht der Scheinwerfer lag der Meeresgrund.

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