Wissen»Unsere Grammatik widerspricht dem Grundgesetz«

Aus Heft 52/20

Lesezeit: 16 Min.

Jeden Morgen macht Luise F. Pusch einen Spaziergang in der Eilenriede, dem Stadtwald von Hannover.
Jeden Morgen macht Luise F. Pusch einen Spaziergang in der Eilenriede, dem Stadtwald von Hannover. Mario Wezel

Für die Linguistin Luise F. Pusch ist das Deutsche eine Männersprache. Ein Gespräch über gewonnene Kämpfe und ihre verlorene Karriere, über ihr beschwerliches Coming-out und die Liebe ihres Lebens.

Interview: Mareike Nieberding Fotos: Mario Wezel

SZ-Magazin: Sie gelten als Mitbegründerin der feministischen Linguistik in Deutschland. Auf Sie aufmerksam geworden bin ich durch ein grammatikalisches Problem im SZ-Magazin. Ich hatte geschrieben: »Als Kind und Jugendliche wäre mir das nie passiert.« Unsere Schlussredakteurin korrigierte: »Als Kind und Jugendlicher wäre mir das nie passiert.« Wieso muss da »Jugendlicher« stehen? Ich bin doch eine Frau.
Luise F. Pusch: Grammatikalisch gesehen hatte Ihre Schlussredakteurin recht. Ich gebe Ihnen ein Beispiel zum Verständnis: »Das wäre mir als jugendlicher Delinquentin nicht passiert.« Das »Jugendlicher« ist in Ihrem Satz ein substantiviertes Adjektiv im Dativ. Der Dativ klingt gern etwas männlich, es heißt ja sogar: »Gib der Mutter einen Kuss!«

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