Wissen»Wir können nicht die ganze Zeit hinschauen«

Aus Heft 10/20

Lesezeit: 9 Min.

Solche Bilder bringen uns ­Katastrophen am ­anderen Ende der Welt wie hier in Australien zwar nah, aber so ein Anblick ­kann uns laut Birgit Schneider auch lähmen.
Solche Bilder bringen uns ­Katastrophen am ­anderen Ende der Welt wie hier in Australien zwar nah, aber so ein Anblick ­kann uns laut Birgit Schneider auch lähmen.
Foto: Sewell/Oculi/VU/laif

Um den Klimawandel zu begreifen, brauchen wir auch Bilder. Die können Menschen ­aufrütteln – oder entmutigen, sagt Birgit Schneider: Sie erforscht die Bildsprache des Klimawandels.

Interview: Gabriela Herpell

SZ-Magazin: Frau Schneider, Sie erforschen die Bedeutung von Klimabildern: von Fotos, Filmen, Weltkarten, Diagrammen, Grafiken, Montagen. Was bekommen wir am häufigsten zu sehen?
Birgit Schneider: Es überwiegen die Bilder der Folgen und Auswirkungen: Überschwemmungen, Waldbrände, Korallensterben, Gletscher, die schmelzen. Meistens ohne Menschen. Seltener sehen wir Bilder der Verursacher – die Kohlekraftwerke, den Verkehr, die Industrie, die Lebensstile. Auch seltener sehen wir Bilder der Opfer sowie der Akteure, also Aktivisten, Politiker, Menschen, die etwas tun.

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