SZ-Magazin: Frau Schneider, Sie erforschen die Bedeutung von Klimabildern: von Fotos, Filmen, Weltkarten, Diagrammen, Grafiken, Montagen. Was bekommen wir am häufigsten zu sehen?
Birgit Schneider: Es überwiegen die Bilder der Folgen und Auswirkungen: Überschwemmungen, Waldbrände, Korallensterben, Gletscher, die schmelzen. Meistens ohne Menschen. Seltener sehen wir Bilder der Verursacher – die Kohlekraftwerke, den Verkehr, die Industrie, die Lebensstile. Auch seltener sehen wir Bilder der Opfer sowie der Akteure, also Aktivisten, Politiker, Menschen, die etwas tun.
Wissen»Wir können nicht die ganze Zeit hinschauen«
Aus Heft 10/20
Lesezeit: 9 Min.

Um den Klimawandel zu begreifen, brauchen wir auch Bilder. Die können Menschen aufrütteln – oder entmutigen, sagt Birgit Schneider: Sie erforscht die Bildsprache des Klimawandels.
Interview: Gabriela Herpell