Ein kleines, alleinstehendes Haus auf einer Anhöhe in Vorarlberg, Österreich. Hohe Hecken zur Straße, nach hinten freier Blick auf einen anderen Erdteil: Hier bricht die europäische Kontinentalplatte ab und schiebt sich unter die afrikanische, erklärt Raoul Schrott auf seiner Veranda. »Wer durch den Arlbergtunnel nach Süden fährt, fährt geologisch gesehen von Europa nach Afrika.«
Wissen»Verliert man den Blick auf die Sterne, verliert man den Bezug zum Universum«
Aus Heft 11/22
Lesezeit: 14 Min.

Raoul Schrott wurde 1964 geboren. Er wuchs in Tunis, Zürich und Landeck als Kind eines Außenhandelsdelegierten auf. Schrott studierte Literatur, promovierte über Dadaismus und habilitierte über Poetik. Heute lebt er im Bregenzer Wald. Er schrieb Gedichte, Romane, Essays und übersetzte das Gilgamesch-Epos und die Ilias. Zuletzt veröffentlichte er das Erste Erde Epos, in dem er das Wissen über die Welt vom Urknall bis zur Entstehung des Menschen erzählt.
Foto: Gunter Glücklich/laifDer Schriftsteller Raoul Schrott erforscht seit Jahren die Kulturgeschichte der Sternbilder in aller Welt. Ein Gespräch über antike Statussymbole, erste Memes, die spannende Herkunft des Wortes »Milchstraße« und seinen Glauben, dass die Welt noch lange nicht entzaubert ist.
Interview: Thomas Bärnthaler und Lars Reichardt