Wissen»Ich halte Quoten für unwürdig«

Aus Heft 10/18

Lesezeit: 16 Min.

»Als ich anfing, wurde man oft von vornherein nicht ernst genommen«: Christiane Nüsslein-­Volhard im Garten ihres Hauses, einer ehemaligen Mühle in der Nähe von Tübingen­.
»Als ich anfing, wurde man oft von vornherein nicht ernst genommen«: Christiane Nüsslein-­Volhard im Garten ihres Hauses, einer ehemaligen Mühle in der Nähe von Tübingen­. Foto: Daniel Delang

Christiane Nüsslein-Volhard ist Deutschlands erste Forscherin, die den Nobelpreis bekam. Ein Gespräch über den Moment der Menschwerdung, Frauen im Labor und den Wert der #MeToo-Debatte für die Wissenschaft.

Interview: Katharina Kropshofer und Lorenz Wagner

Wo ist nur die Medaille? Christiane Nüsslein-Volhard steht in ihrem Wohnzimmer und kramt durch die Schubladen. »Die hatte ich ewig nicht in der Hand.« Ah, da. Sie trägt die Box heran, karminrot, ihr Name in goldenen Buchstaben. Deutschlands erste Nobelpreisträgerin, eine der wenigen Frauen, die je ausgezeichnet wurden. Sie hatte anhand von Genen der Fruchtfliegen herausgefunden, wie sich Organismen entwickeln, das Leben. Ähnlich wie bei Fruchtfliegen funktioniert es bei Menschen.

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