An seinem Traum wird noch gebaut, aber Steffen Marx sieht an diesem Dezembertag 2019 alles schon vor sich. Die Maischepfanne dort hinten, der Läuterbottich davor, Marx stiefelt über die Baustelle, die bald Münchens siebte Brauerei sein soll. In den haushohen Hallen ragt ein Dutzend Gärtanks empor, eine Abfüllanlage vom Ausmaß etlicher Güterwagen wartet auf Aufbau, die Leitungen für Wasser und Würze auf Anschluss. 20 Millionen Euro stecken Marx und seine Mitstreiter in diese Braustätte. Ihr wahrer Wert misst sich aber nicht an ihrer Größe, sondern an ihrem kleinsten Gewerk. Marx tritt ins Freie. Eine Schar Maschinen. In ihrer Mitte ein Bohrloch. Ein Brunnen, im Bau. »Das da«, sagt Marx, »ist die natürliche Hürde, Münchner Bier zu brauen.«
WirtschaftEin Quantum Prost
Aus Heft 37/22
Lesezeit: 34 Min.

Seit er vor mehr als 15 Jahren in einer Garage das Giesinger Bräu gründete, kämpft Steffen Marx darum, das beste Bier der Stadt zu brauen. Jetzt fordert er die angestammten Brauereien heraus – und könnte die Biermetropole München für immer verändern.
Von Patrick Bauer und Roland Schulz Fotos: Julian Baumann
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