Vorgeknöpft - Die ModekolumneGruppenbild mit Schlafsack

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Phantastische Premierenwesen: J.K. Rowling (mitte, in grün) umgeben von Schauspielern des Films.
Phantastische Premierenwesen: J.K. Rowling (mitte, in grün) umgeben von Schauspielern des Films. Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images

Wie unglaublich viel Spaß Mode machen kann, zeigt dieses Foto der Filmpremiere von »Phantastische Tierwesen«. Ein Loblied auf die Individulität – und Jude Law, Eddie Redmayne sowie den exzentrischen Ezra Miller. 

Von Maria Hunstig

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Wenn es um die Berichterstattung vom roten Teppich geht, so scheint sich in den letzten 50 Jahren wenig getan zu haben. Weiterhin sind es fast ausschließlich Frauen, die sich mit ihren sorgfältig ausgewählten Abendroben in den Best- bzw. Worst-Dressed-Listen tummeln, während die Outfits der männlichen Größen Hollywoods wenig Aufmerksamkeit bekommen – aber meist auch nicht verdienen.

Eine angenehme Ausnahme bildete vergangene Woche die Premiere von Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen in Paris. Keine Frage, auch die weibliche Besetzung des zweiten Films aus der Reihe von Joanne K. Rowling sah toll aus. Zoë Kravitz’ im bodenlangen Saint-Laurent-Paillettenkleid mit riesiger Schleife im Rücken oder die Tüllkleid-über-Bügelfaltenhose-Kombi aus der Frühjahrskollektion von The Row, den die schwangere Katherine Waterston trug.

Doch es waren die Herren auf dem roten Teppich, die jeder auf seine Art Individualität bewiesen und zeigten, wie unfassbar viel Spaß Mode machen kann. Rowlings Mann Neil Michael Murray trug traditionellen Schottenrock, Eddie Redmayne wirkte mit seinem glänzenden Anzug und dem langen Mantel mit Satin-Rückseite wie ein moderner Graf und Jude Law schien mit hochgestelltem Kragen, petrolfarbenem Samtsakko und Männerschälchen eine modische Reminiszenz auf sich selbst als Frauenschwarm abgeben zu wollen.

Und dann war da noch Ezra Miller. Der amerikanische Schauspieler, den man als »The Flash« aus Batman v Superman und Justice League kennt sowie aus dem ersten Film von Phantastische Tierwesen, erschien in einer Sensation: einem schwarz-glänzendem Daunen-Ensemble, bestehend aus bodenlangem Cape mit Kapuze, Rock und Handschuhen, alle im gleichen Steppmuster, abgerundet mit tief dunkelrotem Lippenstift.

Die Kombination stammt aus einer Sonderkollektion des Valentino-Designers Pierpaolo Piccioli für die italienische Jackenmarke Moncler, die im Februar während der Mailänder Fashion Week vorgestellt wurde. Dass diese »Show Pieces« tatsächlich einmal auf dem roten Teppich landen würden, schien schwer vorstellbar.

Doch Miller wagte sich an den eigenwilligen Look – er ist generell ein Fan auffälliger Kostümierungen, besonders, wenn es darum geht, seine Filme zu promoten. Auf der alljährlichen Comic-Messe Comic-Con in San Diego erschien er 2016 als Gandalf aus Der Herr der Ringe. Und am gestrigen Dienstagabend lieferte er dem Harry-Potter-Universum eine Huldigung und kam zur London-Premiere von »Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen« als Hedwig, die Schneeeule Harry Potters. Er hatte sogar den »Avada Kedavra«-Zauberspruch auf die Handinnenflächen gemalt.

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Und selbst, wenn er mal nicht explizit verkleidet ist, zeugen Ezra Millers Outfits, die glänzende Designermäntel, quietschbunte Farben und Statement-Accessoires umfassen, stets von Detailverliebtheit und maximalem Individualismus. So viel Spaß kann »Anlassgarderobe« machen – auch Männern.

Im vergangenen Jahr erhielt der erste Phantastische Tierwesen-Film (bzw. dessen Kostümdesignerin Colleen Atwood) einen Oscar für die besten Kostüme. Wir würden den Real-Life-Outfits der Hauptdarsteller gerne auch einen geben.

Wird getragen mit: atmungsaktiver Unterwäsche, Skipass
Wird getragen von: »Sister Act« im Skiurlaub, Exzentrikern wie Björk und Lady Gaga
Nicht zu verwechseln mit: Lakritzschnecken, siehe auch dieses Meme zu Millers Kostüm.

Illustration: Grafilu

ist Redakteurin bei vogue.de. Sie hat schon Leute in Würde eine Warnweste tragen sehen und ist deshalb überzeugt, dass Stil vor allem eine Frage der Haltung und des Kontexts ist. Diesem geht sie regelmäßig in dieser Kolumne auf den Grund.

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