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Aus Heft 7/14

Lesezeit: 1 Min.

Da können oft nur noch Taucher helfen:  Die meisten verlorenen Eheringe landen im Wasser. Ohne Spezialgerät ist es fast unmöglich, sie dort wiederzufinden.
Da können oft nur noch Taucher helfen: Die meisten verlorenen Eheringe landen im Wasser. Ohne Spezialgerät ist es fast unmöglich, sie dort wiederzufinden. Pressebild

Wenn verlorene Eheringe wieder auftauchen, strahlen Paare wie frisch verheiratet. Und wenn nicht? Dann gibt’s hier wenigstens guten Ersatz.

Von: Till Krause

Liebe auf Fotos geht oft schief. Denn wenn Paare besonders innig in die Kamera schauen wollen, sieht es häufig aus wie eine romantische Trockenübung. Hochzeitsfotos zum Beispiel: Zwischen Rüschen, Tüll und Blumen stehen meist zwei Menschen, die versuchen auf Kommando einen verliebten Blick anzuknipsen, als gäbe es einen Schalter dafür.

Ganz anders die Bilder von Paaren in einem echten Glücksmoment: dem Augenblick, kurz nachdem ein verlorener Ehering wieder aufgetaucht ist. Aufgenommen werden solche Bilder meist von Schatzsuchern, die sich auf das Finden von verlorenen Habseligkeiten spezialisiert haben – und so ihren Erfolg dokumentieren wollen. Manchmal landen solche Bilder in der Zeitung, weil eine schöne kleine Geschichte dahintersteckt, die einem ähnlichen Muster folgt:

1) Paar geht schwimmen/Holz hacken/Schneebälle werfen
2) Im See/Wald/Schnee rutscht der Ring vom Finger
3) Großer Aufruhr
4) Erfolgloses Tauchen/Suchen
5) Anruf bei einem Typen mit Metalldetektor
6) Ring wieder da
7) Umarmungen, Glückseligkeit

Der Ring ist das ultimative Symbol der Ehe, man steckt ihn sich vor Zeugen an den Finger und soll ihn, wenn alles nach Plan läuft, tragen bis zum Ende seiner Tage. Diese Vorstellung möchte man sich nicht von einem Moment der Schusseligkeit am Baggersee kaputt machen lassen.

»Ich werde vor Dankbarkeit fast erdrückt, wenn ich einen Ehering finde«, sagt Markus Pütterich aus Haimhausen in der Nähe von München, der in seiner Freizeit mit einem 2500 Euro teuren Metalldetektor vom Typ Minelab CTX 3030 nach verlorenen Schätzen sucht. Er hat eine Webseite mit Notrufnummer, bei der verzweifelte Paare anrufen können, und wenn er Zeit hat, hilft er ihnen. Es ist ein Hobby für ihn, er verlangt kein Geld für die Suche nach Eheringen, nur die Fahrtkosten lässt er sich erstatten.
Wenn er ankommt, erlebt er Paare am Tiefpunkt, »sie machen sich Vorwürfe, weinen, das volle Programm«. Aber wenn der Ring dann wieder auftaucht, strahlen sie schöner als auf ihren Hochzeitsfotos. Denn sie haben gerade etwas sehr Wichtiges zusammen erlebt – eine kleine Krise gemeistert, ein Missgeschick überstanden und eine Lektion gelernt: Nichts funkelt so schön wie das, was man verloren glaubt – und dann wiederfindet.

Illustrationen: Ryan Todd

Obere Hand  (von links): Herz-Ring von Chopard. Ehering in Gelbgold, von Cartier. Ring mit 57 Brillanten, von Wempe. »Love«-Ring, mit Brillanten besetzt, von Cada. Verlobungsring mit einem Solitär, von Bucherer.  Untere Hand  (von links): Filigraner Verlobungsring von Christ. Platinring mit Pavé-Diamanten, von Bulgari. Verlobungsring im Brillantschliff, von Tiffany & Co. »Oui«-Ring zur Verlobung, von Dior Joaillerie. Ehering »Romeo« von Wellendorff.
Obere Hand (von links): Herz-Ring von Chopard. Ehering in Gelbgold, von Cartier. Ring mit 57 Brillanten, von Wempe. »Love«-Ring, mit Brillanten besetzt, von Cada. Verlobungsring mit einem Solitär, von Bucherer. Untere Hand (von links): Filigraner Verlobungsring von Christ. Platinring mit Pavé-Diamanten, von Bulgari. Verlobungsring im Brillantschliff, von Tiffany & Co. »Oui«-Ring zur Verlobung, von Dior Joaillerie. Ehering »Romeo« von Wellendorff. Pressebild

Till Krause hat die Sorge, ebenfalls seinen Ehering zu verlieren. Trotzdem will er nicht so weit gehen wie ein Bekannter, der seinen Ring grundsätzlich zu Hause lässt, wenn er mit Freunden ausgeht. Denn dem geht es in Wahrheit nur darum, dass nicht jede Tanzflächenschönheit sofort sieht, dass er verheiratet ist.

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