Manche Souvenirs kriegt man nicht nur in fernen Ländern, man kann sie einfach von zu Hause aus bestellen. Ist genauso gut wie ein ganzer Urlaub (na ja, sagen wir: fast).
Reisen weckt den Jäger und Sammler in uns. Wir verreisen nämlich nicht nur, um neue Weltgegenden zu erkunden oder um uns zu bilden, wir reisen auch, um Beute zu machen. Wer ohne Mitbringsel nach Hause kommt, fühlt sich leer, fast so, als wär er gar nicht weg gewesen. Da helfen auch die 1300 Digitalfotos nichts, die man unterwegs geschossen hat. Der Ohrring vom staubigen Straßenmarkt in Lima/Peru aber, der bleibt. Und lebt mit uns (oder an uns) weiter. Das Souvenir gibt der Erinnerung eine Gestalt. Eine, die nicht tot auf irgendwelchen Festplatten lagert.
Das Shoppen in der Ferne bringt auch Distinktionsvorteile: Wer mit handgemachten Saami-Armbändern aus Lappland nach Hause kommt, kann sich einigermaßen sicher sein, etwas Exklusives zu tragen. Dieser Trick hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen und zu einem kleinen Modetrend ausgewachsen, der einen Ausweg bietet aus der Copy & Paste-Hölle des Straßenbilds: Man baue ein möglichst exotisches Mitbringsel in den persönlichen Look ein, und zack, hat man einen kleinen, aber feinen Unterschied gemacht. Wird auf Dauer natürlich etwas kostspielig, wenn man nicht gerade Paris Hilton heißt und das Reisen als Zerstreuung betreibt. Doch selbst aus diesem Dilemma bietet das Internet einen Ausweg.
In Onlineshops wie gypset.com oder canfora.com kann man sich jetzt exotische Souvenirs aus Gottweißwo einfach bestellen und muss dazu nicht mal seinen Schreibtisch verlassen. Und dem, der jetzt einwendet, auf diese Weise verliere doch jedes Souvenir seinen Zauber, antworten wir: Mag sein, aber es ist auch was gewonnen, und zwar Seelenfrieden. Man kann sozusagen daheim Urlaub machen vom Shoppingstress in der Ferne. Vielleicht hat man dann ja endlich Zeit für andere Dinge. Zum Beispiel könnte man mal verreisen, nur um des Reisens willen.
Fotos: Alexandra Kinga Fekete; Styling: Annekatrin Meyers
Mexiko: Was aussieht wie Geschenkbänder, sind geflochtene Palmenblätter – bunt gefärbt und federleicht. Die Frauen im mexikanischen Puebla tragen sie zu ihrer Tracht, zum Beispiel am Unabhängigkeitstag. Sie passen aber auch prima zum leuchtend-orangefarbenen Sommeroutfit. Gesehen bei Mercado de México, München; Leinentop: COS, Satinrock: Dimitri. Pressebild
Thailand: Sind das Chilischoten? Und Hemdknöpfe? Nein - für die dunkle Kette wurden Baumsamen aus dem Norden Thailands aufgefädelt. Die helle Kette ist aus Muscheln, kommt aus Papua-Neuguinea und wird dort bei Stammeszeremonien getragen. Steht auch Großstadtindianern. Beides über Pebblelondon.com Pressebild
Lappland: Saami-Armbänder sind nach den Ureinwohnern Lapplands, den Samen, benannt und werden aus gegerbtem Leder und Zinnfäden geflochten. Als Verschluss dient Rentierhorn. Besonders schön auf braun gebrannter Haut. Über www.samicrafts.com. Armbänder mit Silber: Saskia Diez. Seidenbluse: Brunello Cuccinelli. Pressebild
Peru: Sehen aus wie Traumfänger: Ohrringe in Rot und Lila aus geschlungenen Bindfäden. Sie kommen aus der peruanischen Hauptstadt Lima und – wir geben es zu! – sind dort eher etwas für Touristen. Die Einheimischen tragen lieber Gold- und Silberschmuck. Trotzdem: wunderschön! Über ulrati-schmuck.de, Jeanskleid: Levi's. Pressebild
Spanien: Ob sie von ihrem letzten Urlaub träumt? Von Spanien? Einer Feria vielleicht? Zu diesen andalusischen Reiterfesten trägt man oft reich bestickte Boleros wie den im Bild. Gesehen bei elmosquero.de, Höschen: Niki, gesehen bei Darling Frivole. Pressebild
Ibiza: Es gibt auch eine spanische Version des Cowgirls. Nur, dass die Stiefel dann Vaquero-Stiefel heißen. Gesehen über elmosquero.com. Ibiza-Tasche über nevalu.com. Westafrikanische Armreifen gesehen bei Kwam Sasa Nene, München. Parka von Burberry Brit. Grünes Strickkleid von Cruciani. Pressebild
Italien: Die Sandalen von Amadeo Canfora wurden schon von Grace Kelly und Jackie Kennedy getragen. Über canfora.com. Seidenrock von Brunello Cuccinelli. Weißes Trägerkleid von Blush, goldener BH von I.D.Sarrieri (beides gesehen bei Darling Frivole). Pressebild