SportVom alten Schlag

Aus Heft 29/21

Lesezeit: 18 Min.

Timo Boll in der Umkleidekabine der Turnhalle in Höchst im Odenwald. Dort trainiert er seit mehr als drei Jahrzehnten.
Timo Boll in der Umkleidekabine der Turnhalle in Höchst im Odenwald. Dort trainiert er seit mehr als drei Jahrzehnten. Thomas Pirot

Timo Boll ist der erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler der Geschichte. In China ist er ein Superstar, in Deutschland wird er kaum auf der Straße erkannt. Bei den Olympischen Spielen versucht er, seine Karriere zu krönen – mit der lang ersehnten Goldmedaille. Kann das klappen, mit 40?

Von Tobias Scharnagl Fotos: Thomas Pirot

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Wenn man sich nur ein einziges Youtube-Video anschauen will, dann vielleicht dieses: »Timo Boll vs Ma Long (World Cup 2017)«. Es hat 3,3 Millionen Klicks, dauert knapp 13 Minuten und enthält fast alles, was man über Tischtennis, die ewige Rivalität zwischen Boll und den Chinesen sowie Schönheit im Allgemeinen wissen muss: eine Halle in Belgien, Halbfinale – Boll, 36 Jahre alt, schon ein bisschen steif in der Hüfte, blaues Shirt und Stirnband mit Paisley-Muster, als hätte man ihn in den Neunzigern eingefroren und gerade aufgetaut. Ihm gegenüber, hin und her trippelnd, Ma Long, sieben Jahre jünger, der beste Spieler der Welt, wahrscheinlich der Geschichte, eine schmale Gottheit, ein Gesicht wie gemalt. In der Mitte ein blauer Tisch.

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