Sagen Sie jetzt nichtsWie haben Sie es geschafft, in Hollywood zu drehen?

Aus Heft 13/18
Wie haben Sie es geschafft, in Hollywood zu drehen?
Wie haben Sie es geschafft, in Hollywood zu drehen? SZ-Magazin

Die Schauspielerin Antje Traue im Interview ohne Worte über ihr größtes Talent, ihre Heimat Sachsen-Anhalt und die Frage, was man vor einem Filmkuss auf keinen Fall tun sollte.

G

Geboren: 18. Januar 1981 in Mittweida
Beruf: Schauspielerin
Ausbildung: Abitur auf dem zweiten Bildungsweg am Charlotte-Wolff-Kolleg in Berlin
Status: Vergissmeinnicht

Dieses Gesicht passt nicht in Deutschland – das hörte Antje Traue mehrmals, wenn sie eine Absage kassierte. Sie lebte in Berlin, konnte ihre Miete nicht zahlen, dachte schon über einen Plan B nach. Da erfuhr sie, dass ein Hollywood-Regisseur ein neues Gesicht suchte: Zack Snyder, es ging um die Rolle der düsteren Kriegerin Faora-Ul in seiner Superman-Sage Man of Steel. Antje Traue schickte ein Bewerbungsvideo und bekam die Rolle. Russell Crowe, Michael Shannon und Diane Lane waren ihre Partner, 2013 lief der Film im Kino. Danach drehte Traue mit Jeff Bridges, Julianne Moore, Helen Mirren – und auf einmal passte ihr Gesicht nach Deutschland. Zuerst landete sie in der Schublade »Aufpasserin«: als Kommissarin (Vier gegen die Bank), BND-Agentin (Kundschafter des Friedens), US-Agentin (Es war einmal in Deutschland). Nun ist sie, in Der Spielmacher, Fußballmama und das Techtelmechtel von Frederick Lau. Aber gut, Diane Kruger musste auch lange Zeit in Hollywood herumturnen, gut aussehen und verträumt gucken, bis sie voriges Jahr in Fatih Akins Aus dem Nichts zeigen durfte, was sie kann. Antje Traue wuchs in Genthin auf, einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt, und turnte als Kind. Sie sagt, sie sei ein richtiges Ostmädchen. Jedenfalls hat sie gelernt zu kämpfen.

Fotos: Alfred Steffen

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