Sagen Sie jetzt nichtsWelche Musik hören Sie bei einem Roadtrip, Vladimir Jurowski?

Aus Heft 38/22
Welche Musik hören Sie bei einem Roadtrip?
Welche Musik hören Sie bei einem Roadtrip? Frank Bauer

Der Dirigent im Interview ohne Worte über russische Komponisten, die beste Hilfe gegen Weltschmerz, und darüber, wie eine Sinfonie von Mahler sein Leben verändert hat.

Fotos: Frank Bauer Text: Kristina Ratsch

G

Geboren: 4. April 1972 in Moskau
Beruf: Dirigent
Ausbildung: Konservatorium Moskau, Musikhochschulen
Berlin und Dresden
Status: Im Zwiespalt

Am Morgen des 24. Februar wachte Vladimir Jurowski auf und sah zuerst die Nachricht: Russland hatte die Ukrai­ne angegriffen. Am Wochenende drauf sollte er mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ein Konzert geben, Tschaikowsky, Rubinstein, Smirnow. Darf man das noch, Werke von russischen Komponisten spielen? In den Wochen nach Kriegsbeginn diskutierte die deutsche Musikszene, ob sich russische Künstler öffentlich von ihrer Heimat distanzieren müssen und was denen droht, die das nicht tun.

Jurowski wurde 1972 in Moskau geboren, doch die Familie seiner Mutter stammt aus der Ukraine. Immer wieder fuhr er in den Ferien mit Eltern und Geschwistern dorthin. Ab 2011 leitete er für zehn Jahre das Staat­liche Akademische Sinfonieorchester Russlands. Als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (seit 2017) und Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München (seit 2021) hatte er vor, vor allem Werke russischer Komponisten zu spielen. Jurowski entschied sich gegen den Generalboykott russischer Musik und Künstler. An jenem ersten Konzertabend nach Kriegsbeginn aber stieg er aufs Pult und dirigierte – zuallererst, vor dem russischen Programm – die ukrainische Nationalhymne. Nun beginnt die neue Konzertsaison, der Krieg ist noch lange nicht vorbei.

Was hilft gegen Weltschmerz?
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Ihre langen offenen Haare sind Ihr Markezeichen, stören die nicht beim Dirigieren?
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Pult-Tyrann oder Sunnyboy?
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Als Dirigent stehen Sie mit dem Rücken zum Publikum. Zeigen Sie uns Ihr Konzentrationsgesicht?
Als Dirigent stehen Sie mit dem Rücken zum Publikum. Zeigen Sie uns Ihr Konzentrationsgesicht? Frank Bauer
Eine Sinfonie von Mahler hat Sie dazu gebracht, Dirigent, nicht Kammermusiker zu werden. Wie fühlte sich dieser Moment an?
Eine Sinfonie von Mahler hat Sie dazu gebracht, Dirigent, nicht Kammermusiker zu werden. Wie fühlte sich dieser Moment an? Frank Bauer
1990 siedelte Ihre Familie nach Deutschland über. Ihr Vater brachte einen Koffer voller Noten mit. Sie?
1990 siedelte Ihre Familie nach Deutschland über. Ihr Vater brachte einen Koffer voller Noten mit. Sie? Frank Bauer
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