Sagen Sie jetzt nichtsSagen Sie jetzt nichts, Stefanie Sargnagel

Aus Heft 50/17
Wenn das Matriarchat einmal errichtet ist: Was sollen dann die Männer machen?
Wenn das Matriarchat einmal errichtet ist: Was sollen dann die Männer machen?
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Die Autorin im Interview ohne Worte über ihre Altersvorsorge, ihre Meinung zu Sebastian Kurz und die Rolle der Männer im künftigen Matriarchat.

G


Geboren 14. Januar 1986 in Wien
Beruf Autorin und Comedian
Ausbildung Akademie der Bildenden Künste, Wien
Status Lustigste Frau Österreichs

Mit Empörung kennt Stefanie Sargnagel sich aus. Ihren ersten Shitstorm erlebte sie 2006, da war sie zwanzig und hatte sich in Videos als heimliche Keller-WG-Genossin von Natascha Kampusch inszeniert. Es gab Kritik und Drohungen. Seither ist die Wienerin weder leiser noch zurückhaltender geworden – aber viel bekannter. Im Februar schrieb sie einen satirischen Text, in dem eine Katze getreten wird – worauf Kronen Zeitung und FPÖ über Wochen dermaßen gegen sie Stimmung machten (bis hin zur Veröffentlichung ihrer Adresse), dass man sich an Kampagnen derselben Allianz gegen Elfriede Jelinek oder Thomas Bernhard erinnert fühlte. Ist der Vergleich mit solch großen Namen zu viel der Ehre? Vielleicht. Sicher ist: Sargnagel geht in ihren Kurztexten, die sie erst im Netz und dann in Buchform veröffentlicht, verlässlich dorthin, wo es wehtut. Sie verhandelt Sexismus und Body Shaming, träumt vom Matriarchat und entlarvt die Lächerlichkeit alles Menschlichen – auch ihre eigene. Beim Bachmann-Wettbewerb (wo sie 2016 den Publikumspreis gewann) fragte sich die Jury: Ist das nun Literatur? Oder Performancekunst? Sie selbst sagt, sie mache »Comedy und Provokation als Internet-Waachbirn« (ein schönes wienerisches Wort für Idiot). Das jedenfalls ist deutlich zu wenig der Ehre.

Fotos: Tibor Bozi

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