Sagen Sie jetzt nichtsSagen Sie jetzt nichts, Maxim Biller

Aus Heft 15/16
Was fehlt dem deutschen Literaturbetrieb?
Was fehlt dem deutschen Literaturbetrieb? Pressebild

Der Schriftsteller Maxim Biller im Interview ohne Worte über den deutschen Literaturbetrieb, jüdische Witze und seine Einschätzung des neuen »Literarischen Quartetts«. 

G

Geboren: 25. August 1960 in Prag
Beruf: Schriftsteller
Ausbildung: Studium der Literaturwissenschaften, Journalistenschule
Status: Maximalist

Maxim Biller war zehn, als seine Familie aus dem von der Sowjetunion besetzten Prag nach Deutschland floh. Richtig angekommen ist er jedoch nur in der deutschen Sprache. Mit ihr tastet Biller die Republik ab wie ein Arzt seine Patientin. Diagnose: Auch mehr als siebzig Jahre nach dem Kriegsende stecken der Patientin noch Obrigkeitshörigkeit, Temperamentlosigkeit und Prüderie in den Knochen. Wo Biller ist, da ist es laut, manchmal wird es auch gemein. Man kann davon ausgehen, dass er auch leise sein kann, nur scheint er dann so zart zu sein, dass es keiner mitkriegt. Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts schrieb er für das Magazin Tempo die legendäre Kolumne 100 Zeilen Hass, später stieß sein Roman Esra eine Debatte über Persönlichkeitsschutz und künstlerische Freiheit an und wurde 2007 vom Bundesverfassungsgericht verboten, was ja auch schon wieder eine Ehre ist. Heute ist Biller Teil des Literarischen Quartetts, wo er präzise und gnadenlos urteilt. Die Grenze zum Verletzenden und Weinerlichen ist dabei fließend. Manche meinen, viel Lärm um nichts, andere preisen Biller als Geistesenkel Tucholskys. Die von ihm verhasste Langeweile tut er weder den einen noch den anderen an. Gerade hat er seinen Roman Biografie veröffentlicht.

Fotos: Alfred Steffen

Vermissen Sie Günter Grass?
Vermissen Sie Günter Grass? Pressebild
Ihr Gesichtsausdruck, wenn Sie den letzten Satz eines Buches geschrieben haben?
Ihr Gesichtsausdruck, wenn Sie den letzten Satz eines Buches geschrieben haben? Pressebild
Welche Note geben Sie rückblickend der ersten Folge des neuen »Literarischen Quartetts«?
Welche Note geben Sie rückblickend der ersten Folge des neuen »Literarischen Quartetts«? Pressebild
Was machen Sie an einem verregneten Sonntagnachmittag?
Was machen Sie an einem verregneten Sonntagnachmittag? Pressebild
Wie lachen Sie über einen jüdischen Witz?
Wie lachen Sie über einen jüdischen Witz? Pressebild
Wer schreibt besser: Maxim Biller oder Jonathan Franzen?
Wer schreibt besser: Maxim Biller oder Jonathan Franzen? Pressebild
Wie sind Menschen, die Sie unendlich langweilen?
Wie sind Menschen, die Sie unendlich langweilen? Pressebild
Dürfen wir damit rechnen, dass Sie irgendwann altersmilde werden?
Dürfen wir damit rechnen, dass Sie irgendwann altersmilde werden? Pressebild
Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

Mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: