Ein Interview, in dem die Ex-Bischöfin Margot Käßmann nichts sagt und doch alles verrät: über ihre Autofahrt am 20. Februar, ihren Heiligenstatus und die Herausforderungen ihres neuen Lebens.
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Name: Margot Käßmann Geboren: 3. Juni 1958 in Marburg Beruf: Theologin, Hochschullehrerin Ausbildung: Studium der evangelischen Theologie Status: Die verlorene Tochter
Vielleicht war der Rücktritt von ihren Ämtern das Beste, was Margot Käßmann passieren konnte. Während ihrer gesamten Amtszeit hatten ihr Wort und ihr Urteil nicht halb so viel Gewicht wie heute, ein halbes Jahr nach ihrer Promillefahrt durch Hannover: Der Spiegel widmete ihr gleich zwei Titelgeschichten, ihr Buch schoss an die Spitze der Bestenliste. Egal wo Margot Käßmann auftaucht, die Menschen jubeln ihr zu, ja man würde sich nicht wundern, wenn sie auf die Knie sänken und Gebete murmelten. Bald wird man sie in einem Atemzug mit Helmut Schmidt nennen, danach kommen nur noch Franz Beckenbauer und der liebe Gott. Von August an wird Käßmann als Gastdozentin in Atlanta tätig sein; einer ihrer Kollegen dort: der Dalai-Lama, der an der Emory University ein paar Vorträge halten wird; er verzichtet übrigens konsequent auf Alkohol und Bequemlichkeit – die beiden werden sich blendend verstehen.
Fotos: Axel Martens
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Gibt es einen Unterschied zwischen der Margot-Käßmann-Verehrung und der Public-Viewing-Begeisterung? Pressebild
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Ihr Gesichtsausdruck über den gegenwärtigen Stand des Weltgeschehens? Pressebild
Ihr Gesichtsausdruck über Ihren gegenwärtigen Gemütszustand? Pressebild
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Martin Mosebach sagt: Die Kirche muss den Menschen überfordern, weil sie sonst banal wird. Was sagen Sie dazu? Pressebild