Ein Interview, in dem der Schriftsteller nichts sagt und doch alles verrät: über deutsche Gesten, amerikanische Körperhaltungen und lahme Lehrveranstaltungen.
Name: Jonathan Franzen Geboren: 17. August 1959 in Western Springs (USA) Beruf: Schriftsteller Ausbildung: Literaturstudium in Philadelphia und Berlin Status: Thomas Mann in locker
Sie haben unter anderem in Deutschland studiert. Zeigen Sie doch mal bitte eine typisch deutsche Geste. Frank Bauer
Seit Wochen halten Sie eine Lesung nach der anderen ab. Wie viel Spaß machen diese Veranstaltungen wirklich? Frank Bauer
Lalitha aus Freiheit scheint eine begehrenswerte Frau zu sein. Haben Sie sich schon einmal in eine Ihrer Romanfiguren verliebt? Frank Bauer
In welcher Haltung lesen Sie am liebsten? Frank Bauer
Wenn das aktuelle Amerika eine Körperhaltung wäre, wie sähe die aus? Frank Bauer
Klingt eher pessimistisch. Wie sehr leiden Sie persönlich darunter, dass es mit den USA bergab zu gehen scheint? Frank Bauer
Haben wir zu viel oder zu wenig Angst vor der Zukunft Frank Bauer
Ihr neues Buch wiegt in der deutschen Ausgabe 988 Gramm - deutlich mehr als jedes E-Book. Dürfen wir's auch digital lesen? Frank Bauer
Wie viele Stunden am Tag sind Sie online? Frank Bauer
Ist Old Europe auch nicht mehr das, was es mal war? Frank Bauer
Ihr letzter Roman liegt neun Jahre zurück - auf den nächsten müssen wir doch nicht wieder so lange warten, oder? Frank Bauer
Wieviel Freiheit braucht der Mensch? Frank Bauer
Denken Sie noch manchmal an die Ölpest im Golf von Mexiko? Frank Bauer
In letzter Zeit wird viel über Patty und Walter geredet, was bedeutet, dass viele Menschen, die den neuen Roman von Jonathan Franzen (Freiheit) gekauft haben, ihn auch wirklich zu lesen scheinen. Das geht im Jahr 2010 nicht jedem Bestsellerautor so. Neun Jahre nach seinem Riesenerfolg Die Korrekturen ist Jonathan Franzen also zurück – und zwar richtig: Er war auf dem Titelbild vom Time Magazin, wo ein Schriftsteller eigentlich nichts verloren hat, und wurde vom US-Präsidenten persönlich mit Lob bedacht. Wie es sich für einen Schriftsteller gehört, ist ihm der Kult um seine Person nicht geheuer – vor einigen Tagen wurde Franzen auf einer Lesung in London die Brille vom Kopf gerissen, der Täter wollte hunderttausend Pfund für sie erpressen, wurde aber kurz nach der Tat ertappt. Gott sei Dank! Franzen ohne schwarze Hornbrille, das geht nicht, das wäre wie Karl-Theodor zu Guttenberg ohne »zu«.