Sie gelten als Experte der deutschen Sprache. Können Sie sich noch an Ihre erste Schulnote in Deutsch erinnern? Henrik Spohler
Ein Interview ohne Worte, in dem das Gänsefüßchen der Nation nichts sagt und doch alles verrät: über seine Lieblingsleseposition, die Rechtschreibreform und die Erotik der deutschen Sprache.
Fotos: Henrik Spohler
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Name: Bastian Sick Geboren: 17. Juli 1965 in Lübeck Beruf: Journalist, Autor Ausbildung: Studium der Geschichtswissenschaften und Romanistik in Hamburg Status: Gänsefüßchen der Nation
Während die anderen Jungs draußen Fußball spielten, studierte er drinnen das Wörterbuch, immer auf der Suche nach dem besten Ausdruck für seine ersten zaghaften Abenteuergeschichten und Theaterstückchen. Heute ist Bastian Sick Deutschlands penibelster Autor. Er bildet Sätze, die viele Deutsche nicht mal aussprechen könnten. Und erklärt auch noch, warum die einzelnen Glieder der sprachlichen Goldkettchen genau dort stehen müssen, wo er sie platziert hat. Das Stilmittel, das er besonders gut beherrscht, ist übrigens die Repetitio: Sein neues Buch heißt schon wieder Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, diesmal Teil 4. Wann ist der Genitiv denn nun endlich tot, Herr Sick?
Und welche Note geben Sie der Rechtschreibreform? Henrik Spohler
Herr Sick, kann es sein, dass Sie ein Besserwisser sind? Henrik Spohler
Wie erotisch ist die deutsche Sprache? Henrik Spohler
In welcher Position lesen Sie Ihre Lieblingsbücher? Henrik Spohler
Ein Journalist hat mal geschrieben: Sick drückt ähnlich auf die Nerven wie Wowereit oder Westerwelle. Ihre Antwort? Henrik Spohler
Aber Sie kennen das Phänomen, dass Karrieren kippen können, wenn Menschen zu lange omnipräsent sind? Henrik Spohler
Ihre Bücher haben sich millionenfach verkauft, Sie gehen mit einem Bühnenprogramm auf Tour. Was macht ein Journalist mit all dem Geld? Henrik Spohler
Sie waren früher Spiegel-Dokumentar. Wie schlimm ist das Deutsch der Kollegen dort? Henrik Spohler
Zwei Jugendliche sprechen sich in der U-Bahn ständig mit Digger und Alder an. Wie reagieren Sie? Henrik Spohler
Was würden Sie anstelle des Sprachkritikers machen? Henrik Spohler