Sagen Sie jetzt nichtsIhre Botschaft an die Taliban, Kubra Khademi?

Aus Heft 14/22
Ihre Botschaft an die Taliban?
Ihre Botschaft an die Taliban? Thomas Chéné

Die Künstlerin im Interview ohne Worte über ihr Heimatland Afghanistan, ihr wichtigstes Werkzeug und die Reaktion ihrer Mutter auf ihre weiblichen Aktbilder.

Fotos: Thomas Chéné

G

Geboren: 26. Februar 1989 in der Provinz Ghor (Afghanistan
Beruf: Künstlerin 
Ausbildung: Kunststudium in Kabul (Afghanistan) und Lahore (Pakistan), Studium der Kunstgeschichte in Paris
Status: Furchtlos

Mit einer Rüstung aus Metall, die ihren Torso bedeckt, aber Brüste, Bauch und Po betont, bahnt sich Kubra Khademi am 26. Februar 2015 einen Weg durch die Straßen Kabuls – es ist ihr Geburtstag, aber nur, weil sie sich das Datum ausgesucht hat. Wann sie tatsächlich geboren wurde, weiß sie nicht, in der Provinz Ghor gab es kein Geburtenregister. Ein Youtube-Video zeigt die Performance mit dem Titel Armor. Passanten scharen sich schimpfend um die Künstlerin. Nach wenigen Minuten wird die Performance abgebrochen, Khademi verschwindet, einige Männer fordern eine Strafe für ihr unsitt­liches Verhalten. Für Khademi ist das nicht neu: sexuelle Belästigung,
Unter­drückung, patriarchale Machtausübung – in Afghanistan gehörte das zu ihrem Alltag. Wie es damals weiterging, erzählt Khademi später in einem Interview: Sie sei im Auto eines Freundes geflohen und habe nach den ersten Todesdrohungen Afghanistan verlassen, um in Paris politisches Asyl zu beantragen. Im Moment ist sie in Sicherheit und unterläuft in ihren Gemälden weiter Tabus und ­Gesetze der Taliban: blutende Frauen, lesbischer Sex, wilde ­Orgien. Gerade sind ihre Arbeiten in der Gruppenausstellung Walk! in der Schirn Kunsthalle Frankfurt und ab dem 25. Juni als Einzelaus­stellung im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern zu sehen.

Wie ist es, eine Künstlerin aus einem Land zu sein, in dem Frauen systematisch unterdrückt werden?
Wie ist es, eine Künstlerin aus einem Land zu sein, in dem Frauen systematisch unterdrückt werden? Thomas Chéné
Wie gefährlich ist es eigentlich für Sie, unsere Fragen zu beantworten?
Wie gefährlich ist es eigentlich für Sie, unsere Fragen zu beantworten? Thomas Chéné
Wie fühlt man sich unter einer Burka?
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Die Reaktion Ihrer Mutter, als sie zum ersten Mal Ihre weiblichen Aktbilder gesehen hat?
Die Reaktion Ihrer Mutter, als sie zum ersten Mal Ihre weiblichen Aktbilder gesehen hat? Thomas Chéné
Wie reagieren Sie auf Menschen aus dem Westen, die sich unfrei fühlen?
Wie reagieren Sie auf Menschen aus dem Westen, die sich unfrei fühlen? Thomas Chéné
Woran glauben Sie?
Woran glauben Sie? Thomas Chéné
Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott?
Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott? Thomas Chéné
Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Heimat Afghanistan?
Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Heimat Afghanistan? Thomas Chéné
Was tröstet Sie?
Was tröstet Sie? Thomas Chéné
Das wichtigste Werkzeug für Ihre Arbeit?
Das wichtigste Werkzeug für Ihre Arbeit? Thomas Chéné
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