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Aus Heft 46/18
Ihr Blick, wenn Sie ein Kunstwerk betrachten?
Ihr Blick, wenn Sie ein Kunstwerk betrachten? Alfred Steffen

Der Galerist Johann König im Interview ohne Worte über sein Kunstverständnis als Sehbehinderter, Vorurteile gegenüber seinem Beruf und die Langeweile der Berliner Kunstszene.

Fotos: Alfred Steffen

Johann König

G

Geboren 22. Juli 1981 in Köln
Beruf Galerist
Ausbildung Abitur an der Blindenstudienanstalt in Marburg
Status Sieht was, was du nicht siehst

Von Gerhard Richter bekam er Indianerkassetten mit Lederstrumpf-Geschichten, mit On Kawara fuhr er in den Urlaub, Hanne Darboven ging in seinem Elternhaus ein und aus: Johann König war Teil der Kunstwelt, da wusste er noch gar nicht, dass Bilder nicht nur gemalt, sondern auch verkauft, versteigert, ausgestellt werden. Sein Vater war ein renommierter Kunstprofessor und Kurator, seine Mutter eine Illustratorin und Schauspielerin und er: genervt von den Museen, Ateliers und Galerien, in die er mitgeschleppt wurde, oft wurde sogar das Urlaubsziel danach ausgesucht. Und dann explodiert auf einmal die Munition einer Startschusspistole in seiner Hand. König ist elf und so gut wie blind. Auf dem Blindeninternat trifft er auf einen Lehrer, der ihm beibringt, Kunst nicht sehend, sondern erlebend und konzeptuell, also irgendwie Joseph-Beuys-artig zu verstehen. König fasst an, lässt sich Idee und Arbeitsschritte erklären, begreift im Dialog über die Kunst. Seine erste Galerie eröffnet er noch vor dem Abitur, heute zählt er zu den interessantesten Galeristen Deutschlands. Nach einer Hornhauttransplantation 2009 kann er besser sehen, dafür war er direkt danach ein bisschen enttäuscht: Manchen Anblick – zum Beispiel eine beeindruckende Landschaft – hatte er sich überwältigender vorgestellt.

Was fehlt Ihnen zum Künstler?
Was fehlt Ihnen zum Künstler? Alfred Steffen
Könnte es irgendwo einen genialen Künstler geben, den niemand kennt?
Könnte es irgendwo einen genialen Künstler geben, den niemand kennt? Alfred Steffen
Welches Vorurteil gegenüber Galeristen stimmt?
Welches Vorurteil gegenüber Galeristen stimmt? Alfred Steffen
Der Gesichtsausdruck Ihres Vaters, als Sie ihm mit 21 erzählt haben, dass Sie eine Galerie gründen wollen?
Der Gesichtsausdruck Ihres Vaters, als Sie ihm mit 21 erzählt haben, dass Sie eine Galerie gründen wollen? Alfred Steffen
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In Ihrer Familie dreht sich alles um Kunst. Welcher Aspekt des Lebens kommt da manchmal zu kurz? Alfred Steffen
Ihr Bruder hat einmal gesagt: »Es gibt nichts Langweiligeres als die Berliner Kunstszene.« Stimmen Sie ihm zu?
Ihr Bruder hat einmal gesagt: »Es gibt nichts Langweiligeres als die Berliner Kunstszene.« Stimmen Sie ihm zu? Alfred Steffen
Wird Jeff Koons überschätzt?
Wird Jeff Koons überschätzt? Alfred Steffen
Wovor fürchten Sie sich?
Wovor fürchten Sie sich? Alfred Steffen
Sie haben nach einem Unfall jahrelang kaum etwas gesehen. Was brachte Sie danach am meisten zum Staunen?
Sie haben nach einem Unfall jahrelang kaum etwas gesehen. Was brachte Sie danach am meisten zum Staunen? Alfred Steffen
Wie schafft man es nicht zu verzweifeln?
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Wie begreifen Sie Kunst?
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Ihr Geheimtipp, um einen Tag auf einer Kunstmesse zu bewältigen?
Ihr Geheimtipp, um einen Tag auf einer Kunstmesse zu bewältigen? Alfred Steffen
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