Sagen Sie jetzt nichtsIhre Botschaft an alle Russinnen und Russen?

Aus Heft 11/22
Ihre Botschaft an alle Russinnen und ­Russen?
Ihre Botschaft an alle Russinnen und ­Russen? Robert Brembeck

Das russisch-ukrainische Paar Olena und Evgeny Rachinskiy im Interview ohne Worte über den Krieg, ihr derzeitiges Leben, ihre Enttäuschung über den Westen und die Frage, was jetzt wichtiger ist: beten oder twittern?

Fotos: Robert Brembeck

G

Geboren: 26. Juni 1982 in Kiew (Olena), 28. Januar 1981 in Sankt Petersburg (Evgeny)
Beruf: Versicherungsvertreterin und IT-Spezialist
Ausbildung: Studium der Gesundheitswirtschaft (Olena), Informatikstudium und Promotion (Evgeny)
Status: Völkerverbindend

Am 24. Februar um vier Uhr morgens klingelt Olena Rachinskiys Telefon. Es ist ihre Tante aus Kiew, aber Olena geht nicht ran, sie ist zu verschlafen. Als sie zwei Stunden später aufsteht, hat sie mehrere Nachrichten auf dem Handy, alle von russischen Freunden. »Entschuldigung!«, schreibt einer, ein anderer: »Es tut mir so leid!« Sie macht den Fernseher an und begreift: Es ist Krieg. Ihre Heimat, die Ukraine, wird von russischen Truppen angegriffen, Menschen flüchten, Menschen sterben. Olena und Evgeny Rachinskiy sind in Sicherheit, gemeinsam mit ihrem siebenjährigen Sohn leben sie in der Nähe von München, wo sie mit 19 ein Jahr als Au-pair-Mädchen verbracht und er bei Siemens als Werksstudent promoviert hat – aber ihre Welt steht Kopf: Er ist Russe, sie ist Ukrainerin, und sie lieben einander, während ihre Landsleute aufeinander schießen. Seit zwei Wochen gehen sie nicht zur Arbeit, sondern demonstrieren, sitzen vor dem Fernseher, unterstützen ihre Verwandten und Freunde auf der Flucht, die ersten sind schon bei ihnen angekommen, weitere hingen an der polnischen Grenze fest, bis Evgeny sie mit dem Auto abgeholt hat. »Am Morgen des 24. Februar habe ich meinem Sohn noch ein Pausenbrot gemacht und ihn zur Schule gebracht«, sagt Olena Rachinskiy, »aber als er weg war, habe ich nur noch geweint.«

Was ist jetzt wichtiger: beten oder ­twittern?
Was ist jetzt wichtiger: beten oder ­twittern? Robert Brembeck
Wie hat Ihr Sohn auf den Kriegsausbruch reagiert?
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Wären Sie in Ihrer Heimat, würden Sie mit einem Gewehr durch die Straßen laufen?
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Wie fühlt es sich gerade an, russisch zu sein?
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Wie enttäuscht sind Sie vom Westen, dass er Putin so lange falsch eingeschätzt hat?
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Ihre Botschaft an alle Ukrainerinnen und Ukrainer?
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Seit zwei Wochen herrscht Krieg in der Ukraine: Wie geht es Ihnen?
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