Vor ein paar Wochen schickte mir ein Freund einen Song der Sängerin Adrianne Lenker. Darin singt Lenker vom Glück, jemanden an seiner Seite zu haben, bei dem man die Augen zumachen kann und sich so rundum wohlfühlt, dass man einschlafen könnte, wenn der andere sich nicht noch bewegen würde, was man aber eigentlich ganz gern hört. Und so schläft man nicht ein, sondern lauscht, während der Mensch, der zum Zuhause geworden ist, kleine Geräusche macht, sagen wir, sich das Knie an einer Schrankkante anhaut oder atmet. Meine Lieblingszeile in dem Song lautet: »I don’t wanna talk about anyone, wanna sleep in your car while you’re driving«: Ich will nicht über irgendwen reden, sondern in deinem Auto schlafen, während du fährst. Ich finde, kaum etwas drückt so viel Vertrauen aus, wie in einem Auto einzuschlafen, wenn jemand anderes am Steuer sitzt, und ich habe die Zeile sofort mit Autofahren im Urlaub verbunden: In meinem Kopf tauchten Mautstationen auf und Autogrills und der Gedanke, wenn man die Augen das nächste Mal öffnet, ist da schon das Meer.
ReiseIm Urlaub würde ich meinen Partner am liebsten loswerden
Aus Heft 14/24
Lesezeit: 4 Min.

Land oder Stadt, Zelten oder Hotelfrühstück: Unsere Autorin und ihr Mann sind sich in allen entscheidenden Ferien-Fragen uneinig. Aber ist das wirklich so schlimm? Und wie haben sie gelernt, ihre Reisen trotzdem zu genießen?
Von Theresa Hein
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