ReiseHoly Cash Cow

Aus Heft 25/17

Lesezeit: 13 Min.

Diese Kuh lebt auf dem Gelände eines hindu­istischen Tempels am Ganges. Jeden Tag sprechen Gläubige ihr Gebete ins Ohr.
Diese Kuh lebt auf dem Gelände eines hindu­istischen Tempels am Ganges. Jeden Tag sprechen Gläubige ihr Gebete ins Ohr. Robin Hinsch

Die Kuh wird in Indien verehrt, und doch exportiert kaum ein Land so viel Rindfleisch und Leder - auch nach Deutschland. Militante Tierschützer haben Schlachtern und Gerbereien vor Ort nun den Kampf angesagt.

Von Xifan Yang Fotos: Robin Hinsch

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Die Schmuggler verstecken die Gau Mata in Gemüselastern und Beton­transportern, in Minibussen und ausgedienten Krankenwagen, sie pferchen sie sogar in Milchtanks mit eigens eingebauten Türen. Sie schnüren die Gau Mata zusammen und betäuben sie mit Chloroform, sie liegt in ihrem Blut, halb tot, auf dem Weg nach Bangladesch. Oder sie hacken sie gleich in Stücke, um sie auf den Fleischteller in Saudi-Arabien zu bringen - »und bei euch in Europa ins Schuhregal«, sagt Deepak Chouham. »Wir werden diesen Krieg gewinnen. Für unsere Gau Mata.« Die heilige Mutter Kuh. Für alle Kühe. Eine Aprilnacht in Madlauda, einem Örtchen im Bundesstaat Haryana, Nordindien. Die Luft ist von 42 auf 32 Grad abgekühlt, Moskitos summen. Chouham, 31 Jahre alt, Vater dreier Kinder, handelt bei Tag mit Ziegelsteinen und betreibt einen Süßigkeitenstand. Nachts ist er Blockwart der örtlichen Einheit der »Gauraksha Dal Haryana«, wörtlich: des Kuh-Befreiungsteams von Haryana.

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