Mein Sohn war ungefähr zehn, als wir mit unseren Rädern an der Isar unterwegs waren und Bekannten begegneten, auch auf Rädern, Vater mit Sohn. Das Fahrrad des anderen Kindes war voll mit Stickern, die schneebedeckte Gipfel zeigten. Mein Sohn fragte, woher hast du die? Der andere, stolz: Alpenüberquerungen. Mein Sohn sagte, ich möchte auch eine Alpenüberquerung machen. Ich fand die Idee toll und meinte, klar, können wir versuchen. Der Vater schaute skeptisch, fragte, wie fit wir seien, und mahnte, eine Alpenüberquerung könnte man nicht einfach machen, nur weil man in München viel Fahrrad fahre. Dann schaute er sich unsere Räder an und schüttelte ernst den Kopf. Mit denen würden wir uns nur unglücklich machen.
ReiseMit dem Hollandrad über die Berge
Aus Heft 16/19
Lesezeit: 6 Min.

Aus einer Alpenüberquerung muss man keinen Extremsport machen. Carla Niehues hat es mit einem alten Rad geschafft. Alles eine Frage der Einstellung, sagt sie.
Von Gabriela Herpell Fotos: Jakob Schnetz
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