NarzissmusWie wir mit den Mini-Trumps im Alltag umgehen

Lesezeit: 8 Min.

»Ersetzen Sie den Begriff Narzissmus durch Spinat – dann haben Sie ungefähr den gleichen Informationsgehalt.«
»Ersetzen Sie den Begriff Narzissmus durch Spinat – dann haben Sie ungefähr den gleichen Informationsgehalt.«
Foto: Westend61

Narzissten machen uns wütend, rauben uns Kraft. Muss das sein? Die Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki gibt Tipps für eine mögliche Gegenwehr – und spricht über den Moment, an dem man wirklich etwas ändern muss.

Interview von Max Fellmann

Frau Wardetzki, im Alltag, in Gesprächen, in den sozialen Medien – die Lautstärke nimmt zu, das Pöbeln, die Ellbogenmentalität. Steuern wir auf eine narzisstische Gesellschaft zu?
Ja, es wird mehr, aber man muss bei jedem Einzelnen schauen, aus welcher Motivation heraus der sich so verhält – ob ich Leute anpöble, weil ich stinksauer bin, oder ob es eine Notwendigkeit der Seele ist zu sagen: Ich muss den anderen kleinmachen, damit ich größer wirke. Das Narzisstische ist letztlich immer eine Schutzfunktion. Wenn ich mich lobe, kann es ja gut sein, dass ich das tue, weil ich mich unsicher fühle. Dann wird es zu einem narzisstischen Muster.

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