SZ-Magazin: Frau Bartholomäus, Sie schreiben in Ihrem Buch »Zwischen TikTok und Therapie«: »Psychische Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind ein Massenphänomen. Unsere Jugend steckt aktuell in einer schweren Krise. Psychologen, Neurowissenschaftlerinnen, Soziologen, Erziehungswissenschaftlerinnen und Bildungsforscher schlagen Alarm.« Geht es jungen Menschen heute denn nachweislich schlechter als früher?
Ulrike Bartholomäus: Ja. Die Zahlen für psychische Erkrankungen, ob Depression, Ängste oder Essstörungen, sind dramatisch gestiegen. Das liegt auch daran, dass mehr Krankheitsbilder ernstgenommen werden. Und es gibt viele Gründe: Druck in der Schule, Leistungsansprüche, die nach oben geschraubt wurden, Erwartungen von Eltern an ihre Kinder. Ein Beispiel: Von Kinderärzten habe ich erfahren, dass die Essstörungspatienten nicht nur immer mehr werden, sondern auch immer jünger.
Mentale Krisen bei Jugendlichen»Eltern sollten keine Lösungen bieten, sondern Gefühle aushalten«
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Ängste, Depression, Essstörung: Immer mehr Jugendliche kämpfen mit ihrer mentalen Gesundheit. Ulrike Bartholomäus erklärt, wie Eltern Probleme früh erkennen und warum sie ihren Kindern mehr zutrauen sollten – auch in der Krise.
Interview von Max Fellmann