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Misosuppe ist die einfachste Suppe der Welt, einfach einen Löffel Miso in heißes Wasser rühren, fertig. Wer will, würzt mit ein paar Tropfen Zitronensaft, Frühlingszwiebeln oder gibt gewürfelten Seidentofu mit in die Brühe. Und wer noch mehr will, kann die Basisversion natürlich immer weiter verfeinern mit Pilzen, Gemüse, Algen, Mirin oder Gewürzen wie Shishimi Togarashi, dem japanischen Sieben-Gewürz-Pfeffer. Selbst Fleisch kann in Misosuppen vorkommen. Aber auch die ganz einfache Version kann eben schon sehr gut schmecken – und funktioniert übrigens auch sehr gut als Lieferant von Elektrolyten, also wichtigen Mineralstoffen, zum Beispiel nach dem Sport.
Warum sind Misosuppen eigentlich immer klar, beziehungsweise leicht trüb, aber jedenfalls nicht cremig püriert? Das läge doch eigentlich nahe: Die Misopaste selber besteht ja schon aus pürierten Bohnen. Ich habe den Gedanken für Sie verfolgt, eine Gemüsebrühe mit viel Umami aus Pilzen, Algen und Zwiebeln gekocht und dann mit Miso und Bohnen cremig gemixt. Das Ergebnis ist noch mehr Comfort Food als der Klassiker. Eine Art kleiner Gemüsesalat gibt meiner Suppe einen frischen Kick. Ich bin sehr zufrieden, die cremige Misosuppe ist eine echte Alternative. Meine Angeber-Version mit eingeweichten Bohnen und selbst gekochter Gemüsebrühe lässt sich natürlich auch vereinfachen: Wenn Sie Wasser oder Gemüsebrühe mit gekochten Bohnen aus dem Glas (und der Kochflüssigkeit im Glas) aufkochen, mit Miso cremig mixen und dann mit Zitrone und Frühlingszwiebeln würzen, dann sind Sie wieder bei der einfachsten Suppe der Welt.
Cremige Miso-Bohnensuppe
Zutaten
- 125 g kleine, weiße Bohnen (Alternative etwa 300 g gekochte Bohnen aus dem Glas)
- 30 g getrocknete Shiitakepilze in Scheiben
- ½ Knolle Knoblauch
- 300 g Zwiebeln
- 500 g schwarzer Rettich – falls Sie zufällig einen finden, sonst geht auch weißer Rettich
- 1 säuerlicher Apfel
- 1 Stück Kombualge, ca. 10 x 10 cm
- 1 EL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer
- 3 EL Rapsöl
- 4 EL Pekannüsse oder Walnüsse
- 50 g milde Misopaste
- 2 Frühlingszwiebeln
- Optional: japanische Cracker
Zubereitung
1.
Am Vortag die Bohnen in reichlich Wasser einweichen – wenn die Zeit knapp ist, können Sie die Bohnen auch einmal aufkochen und dann nur noch ein paar Stunden stehen lassen. Shiitakepilze mit 500 ml heißem Wasser übergießen, ebenfalls ziehen lassen.
2.
Bohnen abgießen, mit 1 l frischem Wasser je nach Sorte 1-2 Stunden weich kochen. Abgießen, das Kochwasser aufheben und falls nötig mit Leitungswasser auf 500 ml ergänzen. Knoblauch, Zwiebeln, Rettich und Apfel schälen – ruhig ein bisschen großzügiger als gewöhnlich. Die Schalen und Abschnitte mit dem Bohnenwasser zu den Shiitakepilzen geben, aufkochen und 20 Minuten köcheln lassen. Die Kombualge mit in den Fond geben, den Herd ausschalten, 20 Minuten ziehen lassen.
3.
Während die Brühe kocht, Knoblauch in Scheiben schneiden, die Zwiebeln würfeln. Apfel und Rettich raspeln, etwa ein Drittel davon für die Suppe aufheben, den Rest mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Rapsöl wie einen Salat marinieren. Nüsse hacken und untermischen (wer will kann die Nüsse vorher in einer kleinen Pfanne rösten).
4.
Die Brühe durch ein Sieb gießen, eventuell ein paar Pilzscheiben aus dem Sieb fischen und aufheben. Brühe mit Zwiebeln, Knoblauch restlichem Rettich und Apfel und der Hälfte der Bohnen kochen, bis die Zwiebeln weich sind, das dauert nochmal 20 Minuten ungefähr.
5.
Bohnensuppe fein mixen, dabei mit Misopaste abschmecken. Zurück in den Topf geben, restliche Bohnen und gerettete Pilze zugeben, aufkochen. Jeweils ein paar Löffel mariniertes Gemüse auf jede Suppe geben. Japanische Cracker zur Suppe servieren.

