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Knusprig und sehr dünn sind die besten Teige für selbst gemachte Eiswaffeln oder Hippen und Waffelröllchen – die Magie liegt in einem kleinen Zeitfenster, in dem die fertig gebackenen Knusperdinger biegsam sind. So werden aus platten Teigkreisen zum Beispiel Röllchen. Wer wie ich fasziniert ist von Glückskeksen, der braucht unbedingt einen Eishörnchen-Backautomaten und der hilft auch bei allen anderen waffelartigen Gebäcken. Das Gerät kann aber leider leicht im Fegefeuer mit großen Plänen gekaufter Haushaltshelfer landen und dort für immer und ewig auf den zweiten Einsatz warten. Low-Tech-Alternativen sparen Geld und Stauraum, zumindest solange Sie sich noch nicht ganz im Klaren sind, wie oft Sie Cannoli und Co. selber backen wollen. Hippenteig kann man zum Beispiel mit einer Schablone ganz dünn auf eine Backmatte streichen und dann perfekt backen – das ist allerdings ein bisschen zeitaufwändig. Cannoli werden traditionell frittiert, das ist auch ziemlich einfach, braucht aber viel Fett und riecht dann nach Frittenbude. Schon seit Jahren wünsche ich mir deshalb eine Art HippenWaffelCannoliGlückskeks-Teig, den ich ganz unkompliziert aufs Blech löffeln kann, wo er dann von selber dünn verläuft. Ohne Geräte, ohne Schablonen, ohne Fritteuse.
Kürzlich hatte ich die Erleuchtung: Florentiner! Wenn ich aus dem Florentinerteig die Nüsse weglasse, bleibt genau der Teig, den ich suche. Im Florentinermix klebt ein sehr dünner Teig nämlich nur die Nüsse zusammen und wird beim Erkalten schön knusprig. Es brauchte dann doch ein paar Versuche um das richtige Mischungsverhältnis zu finden, aber jetzt traue ich mich zu sagen: Die Florentiner-Cannoli schmecken noch besser als die echten Cannoli. Ohne Fettbad. Sie könnten eine klassisch sizilianische Füllung aus Ricotta mit gehackter Schokolade und kandierten Früchten einfüllen, ich habe mich erstmal für eine leichte Sahne-Blaubeer-Füllung entschieden – probieren Sie sie aus!
Zutaten
- 400 g Heidelbeeren (TK)
- 100 g Gelierzucker 1plus1
- 200 g Sahne
Teig
- 100 g Sahne
- 20 g Butter
- 100 g Muscovadozucker
- ½ TL Kardamom oder Zimt
- 40 g Mehl
Zubereitung
1.
Heidelbeeren auftauen lassen, mit Gelierzucker 3 min kochen, abkühlen lassen.
2.
100 g Sahne mit 20 g Butter aufkochen. Muscovadozucker mit Zimt und Mehl mischen, die heiße Sahne dazu gießen, verrühren, mit dem Pürierstab kurz mixen – das ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt.
3.
Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen. Ein Blech mit einer Backmatte oder Backfolie auslegen, insgesamt 4 Esslöffel Teig auf das Blech setzen (wer mutig ist oder fürs Aufrollen zu zweit, kann auch 6 Stück gleichzeitig backen), mit dem Löffel jeweils zu etwa 9 cm großen Kreisen locker kreisend verstreichen. Ca. 7 min auf der mittleren Schiene backen, bis die Ränder gerade beginnen etwas dunkler zu werden als der Rest.
4.
Einen Besenstiel o.ä. bereitstellen, leicht aufbocken. Blech aus dem Ofen nehmen, kurz warten, bis die Cannoli nicht mehr bei Berührung zerfallen – den richtigen Moment zu finden ist ein bisschen heikel: warten Sie zu kurz gibt es Chaos, warten Sie zu lange, werden die Teigkreise schon auf dem Blech hart. Mit einer Palette oder einer Teigkarte über den Besenstiel legen. Einfach im Tacostyle hängen lassen oder vorsichtig unter dem Stiel zusammendrücken wie ein Cannolo, so dass eine Rolle entsteht. Abkühlen und erstarren lassen. Luftdicht abgeschlossen aufbewahren.
5.
Sahne schlagen, mit ein paar Löffeln Heidelbeeren mischen (es bleibt auf jeden Fall etwas übrig fürs Frühstücksmüsli), in einen Spritzbeutel mit sehr großer Tülle füllen, in die Cannoli spritzen und sofort servieren.

