PolitikSie werden sie nicht los

Aus Heft 17/17

Lesezeit: 12 Min.

Schaper vor ihrem früheren Wahlkreisbüro. Als ihr der Vermieter im Herbst 2016 kündigte, war sie im ersten Moment erleichtert.
Schaper vor ihrem früheren Wahlkreisbüro. Als ihr der Vermieter im Herbst 2016 kündigte, war sie im ersten Moment erleichtert. Foto: Thomas Victor

Steine, tote Ratten, Hakenkreuze: Rechtsextreme attackierten das Büro der Chemnitzer Linken-Politikerin Susanne Schaper, bis der Vermieter ihr kündigte. Die Suche nach neuen Büros begann, doch die Hausbesitzer haben Angst. Eine Geschichte über die Macht von Neonazis - und die Macht dagegenzuhalten.

Von Raphael Thelen

A

Als Susanne Schaper eines Morgens im September 2015 ihr Büro aufschließen wollte, fand sie zwei tote Ratten auf dem Schuhabtreter. Die Linken-Politikerin hatte Warnungen ihrer Genossen, Chemnitz-Sonnenberg sei ein gefährliches Viertel, stets abgetan. In der folgenden Nacht kippte jemand mehrere Haufen Scheiße vor die Tür. Kurz darauf krachte ein faustgroßer Stein gegen das Bürofenster. Daneben gesprüht: ein schwarzes Hakenkreuz. So ging es weiter. Über Wochen. Über Monate. Bis Susanne Schaper im Herbst 2016 ihr Wahlkreisbüro schloss.

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