PolitikDer Angeschrieene

Aus Heft 11/21

Lesezeit: 22 Min.

Wo die einen Licht sehen, sehen andere Schatten: Michael Kretschmer in seinem Büro in der Staatskanzlei Dresden.
Wo die einen Licht sehen, sehen andere Schatten: Michael Kretschmer in seinem Büro in der Staatskanzlei Dresden.
Felix Adler

Kein Spitzenpolitiker wird so häufig öffentlich angepöbelt wie der sächsische CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer. Trotzdem redet er weiter mit allen, von besorgten Bürgerinnen bis zu Coronaleugnern und Aluhuträgern. Ist seine Bürgernähe die Zukunft der Demokratie?

Von Marcus Jauer Fotos: Felix Adler

A

An einem Sonntagvormittag, es hat über Nacht geschneit, und der sächsische Minis­terpräsident Michael Kretschmer räumt die Einfahrt seines Wochenendhauses frei, tauchen auf der Straße plötzlich dreißig Leute auf, um mit ihm über Corona zu reden. Keiner von ihnen trägt eine Maske. Dafür haben sie ein großes Schild dabei, auf dem sie seine sofortige ­Verhaftung fordern. Wie reagiert man da? ­Michael Kretschmer könnte jetzt einfach nach drinnen verschwinden. Niemand würde erwarten, dass er sich mit Leuten auseinandersetzt, die sein Haus belagern. Stattdessen entscheidet er sich dafür, mit ihnen zu reden. Er ist noch nicht bei ihnen angekommen, da ­haben sie bereits eine Kamera ausgepackt, um ihn und alles, was jetzt passiert, fürs Internet aufzunehmen.

Zur Startseite

Mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: