»Als ich Kanzlerin wurde, gab es noch kein iPhone«, das hat Angela Merkel in ihrer letzten Regierungsbefragung im Juni gesagt, ganz so, als sei die Einführung des Smartphones eine geeignete Maßeinheit für ihre Kanzlerinnenschaft. Unzählige Bilder dokumentieren, wie eng die Beziehung zwischen Angela Merkel und ihrem Handy ist. Und es war für sie, das zeigt diese Recherche, tatsächlich ein wesentliches Instrument ihrer Macht. Da gibt es den Minister, der sich daran gewöhnen musste, dass seine Chefin auch im Vier-Augen-Gespräch weiter aufs Handy guckt. Den Chef der Europäischen Kommission, der sagt, mit niemandem habe er so viel gesimst wie mit Angela Merkel. Oder die zweifelnde Spitzenpolitikerin aus der Opposition, bei der eine SMS der Kanzlerin dazu beiträgt, dass sie in der Politik bleibt.
PolitikHandy-Jahre einer Kanzlerin
Aus Heft 35/21
Lesezeit: 24 Min.

SMS waren für Angela Merkel ein zentrales Instrument ihrer Macht. Verbündete, Rivalen und Weggefährtinnen erzählen aus 16 Jahren Handy-Kommunikation mit der Kanzlerin – von einer unhöflichen Angewohnheit Merkels, überzeugenden Kurznachrichten und Anrufen, die man besser annimmt.
Von Karoline Meta Beisel Constanze von Bullion Lara Fritzsche und Nicola Meier
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