Musik»Wenn ich komponiere, trage ich das Kreuz Jesu«

Aus Heft 50/19

Lesezeit: 11 Min.

Wenn Sofia Gubaidulina ihre eigene Musik im Konzert hört, nimmt sie sehr lebhaft Anteil:  Dann bewegen sich ihre Augen, sogar ihre Lippen.
Wenn Sofia Gubaidulina ihre eigene Musik im Konzert hört, nimmt sie sehr lebhaft Anteil:
Dann bewegen sich ihre Augen, sogar ihre Lippen. Markus Jans

Allein und tiefgläubig, ringt Sofia Gubaidulina, eine der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit, mit ihren letzten Werken. Ein Gespräch über den Klang des Universums.

Von Tobias Haberl Fotos: Markus Jans

Sofia Gubaidulina lässt nicht viele Menschen zu sich nach Hause. Sie ist 88 Jahre alt und braucht ihre Aufmerksamkeit für die Werke, die sie noch fertigstellen, noch hinterlassen will. Sie lebt allein, spricht wenig, ein Kritiker hat mal geschrieben, sie schweige mit wachen Augen. Das trifft es ganz gut. Jeden Tag geht sie auf einen Rollator gestützt spazieren, vorbei an Getreidefeldern, durch ein Wäldchen und zurück zu ihrem Haus. »Dabei lausche ich den Klängen des Universums«, sagt sie.

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