Am Morgen der letzten Probe, einen Tag vor diesem Konzert, das er seit mehr als einem Jahr geplant hat, geht Markus Rindt mit Ohrenschmerzen zum Arzt. Der guckt ihm links und rechts in den Kopf, entdeckt nichts, Rindt beichtet einen oder vielleicht auch zwei Gin Tonic zu viel am gestrigen Abend. Und morgen, erzählt Rindt dem Arzt noch, morgen wird er Musikerinnen und Musiker mit Alphörnern und Trompeten auf mehrere Hochhausdächer stellen, damit sie dort ein Konzert spielen, wie die Menschen es in Dresden, ach, auf der ganzen Welt noch nicht gesehen haben! Der Arzt diagnostiziert Rindt: akutes Lampenfieber.
MusikKann man mit Musik die Menschheit versöhnen?
Aus Heft 40/21
Lesezeit: 17 Min.

Markus Rindt, Gründer und Intendant der Dresdner Sinfoniker, versucht unbeirrt, die Welt mit Musik friedlicher und besser zu machen – an Landesgrenzen, in Krisengebieten, auf Hochhausdächern.
Von Niclas Seydack Fotos: Felix Adler
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