Wahnsinn natürlich, die Geschichte in der nordkoreanischen Botschaft. Da kauft die Regierung von Pjöngjang für ihr Nationalorchester vier Bässe in Mittenwald. Weil da hinten in Mittenwald, ganz im Süden Bayerns, die besten Kontrabassbauer sitzen. Absolute Weltklasse. Die Brüder Krahmer. Vereinbart wird also ein Termin in der nordkoreanischen Botschaft in Wien. Ein paar Jahre her. Nüchterner Empfang, Übergabe der Bässe. Mike, der ältere der beiden Brüder, will die Kontodaten für die Überweisung nennen. Da sagt der Botschafter, bedaure, unser Land hat keine Bankverbindung in den Westen. »Ich sag, oha, dann fahren wir wieder«, sagt Mike Krahmer heute. »Darauf der Botschafter: Sie befinden sich auf dem Gebiet der Republik Nordkorea, Sie gehen, wenn wir es für richtig halten.« Krahmer wird nervös, schaut verstohlen, wo die Türen sind, aber dann eröffnet der Botschafter: Man erlaube sich, die gelieferte Ware in bar zu bezahlen. »Plötzlich kommt einer in den Raum mit einem Karton von der Druckerei. Lauter druckfrische Euro-Scheine!« Mit dem Karton unter dem Arm dürfen die Krahmers das Gebäude verlassen. Erleichtertes Aufatmen vor der Tür.
MusikBasst scho!
Aus Heft 14/22
Lesezeit: 9 Min.

Warum kommen die besten Kontrabässe Deutschlands aus einer winzigen Werkstatt tief im Süden Bayerns? Ein Besuch im Haus Pöllmann, wo perfektes Holz und uralte Geheimnisse des Instrumentenbaus aufeinandertreffen.
Von Max Fellmann Fotos: Myrzik & Jarisch
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