MusikHau’s in die Pfanne

Aus Heft 3/19

Lesezeit: 2 Min.

Von oben nach unten:  Dämpfeinsatz und Wokdeckel »Multiply« von  WMF ; XL-Kochlöffel und XL-Schnee­besen von  Hamberger ; Pfanne »SensoRed« von  Fissler ; Rührschüssel von  Silit , und Vierkant-Reibe von WMF; Kochtopf (umgedreht) der »original-profi Collection« von Fissler; Olivenholz­schüssel (umgedreht), kleiner blauer Komposteimer »Bio ­Buddy«, Kartoffelstampfer aus Holz und rundes ­XL-Käsebrett aus Holz, alles über  Kustermann ; 30-teiliges Besteck-Set »Jette« von WMF; magnetischer Messerblock »Epicure« mit asiatischem Kochmesser »Santoku« von  Wüsthof ; Metallseiher »Gourmet« von WMF; gelbes ­Geschirrtuch »Landscape Dots« von Scholten & Baijings für  Hay ; Treteimer von Brabantia über Kustermann; Spargeltopf ­(umgedreht) und Pastatopf »Multi-Star« aus der »original-profi ­Collection« von Fissler; Dessert­teller von Porzellan Manufaktur  Nymphenburg ; rote Kunststoffschüssel von Zak, ­Paellapfanne darunter von Schulte-Ufer, beide über Kustermann; Rührschüssel von Silit; Rest von privat
Von oben nach unten:
Dämpfeinsatz und Wokdeckel »Multiply« von WMF; XL-Kochlöffel und XL-Schnee­besen von Hamberger; Pfanne »SensoRed« von Fissler; Rührschüssel von Silit, und Vierkant-Reibe von WMF; Kochtopf (umgedreht) der »original-profi Collection« von Fissler; Olivenholz­schüssel (umgedreht), kleiner blauer Komposteimer »Bio ­Buddy«, Kartoffelstampfer aus Holz und rundes ­XL-Käsebrett aus Holz, alles über Kustermann; 30-teiliges Besteck-Set »Jette« von WMF; magnetischer Messerblock »Epicure« mit asiatischem Kochmesser »Santoku« von Wüsthof; Metallseiher »Gourmet« von WMF; gelbes ­Geschirrtuch »Landscape Dots« von Scholten & Baijings für Hay; Treteimer von Brabantia über Kustermann; Spargeltopf ­(umgedreht) und Pastatopf »Multi-Star« aus der »original-profi ­Collection« von Fissler; Dessert­teller von Porzellan Manufaktur Nymphenburg; rote Kunststoffschüssel von Zak, ­Paellapfanne darunter von Schulte-Ufer, beide über Kustermann; Rührschüssel von Silit; Rest von privat
Myrzik und Jarisch

Der Percussion-Virtuose Simone Rubino ist bekannt dafür, auch auf unorthodoxen Schlaginstrumenten zu spielen. Für uns hat er die neuen Küchen-Accessoires zum Klingen gebracht.

Fotos: Myrzik und Jarisch Produktion: Simona Heuberger, Nadja Tadjali

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Die Karriere des Soloschlagzeugers Simone Rubino beginnt in einer Küche in Turin. Als Kind dengelt er dort auf den Töpfen und Schüsseln herum. Es ist ein Erweckungs­erlebnis, das er womöglich mit vielen Schlagzeugern teilt, so wie viele Architekten einst mit Bauklötzen spielten. Dass Rubino heute, mit 25 Jahren, neben ­Martin Grubinger zu den Besten seines Fachs zählt, hat viel mit seiner musi­kalischen Familie zu tun, die ihn früh förderte, wohl aber auch mit seiner Liebe zum ­Experiment, seiner Ambition, ungehörte Klänge zu finden. Diese Neugier, da ist sich Simone Rubino sicher, spürte er schon damals in der elterlichen Küche.

Hau's in die Pfanne
SZ-Magazin

Rubino, der im Gespräch stets Augenkontakt sucht, spricht, wie er Schlag­zeug spielt, mit Händen und Füßen. Die Fotoaufnahmen mit dem SZ-Magazin scheinen ihm eine willkommene Gelegenheit zu sein, neue Klangkörper zu testen. ­Immer wieder klöppelt er auf Schalen, Töpfen oder Pfannen herum, ordnet sie nach Klangfarben. Den Hersteller einer Topfserie, deren Glocken­töne ihn besonders überzeugten, notiert er sich. Wer weiß, vielleicht baut er sie in einen seiner nächsten Auftritte ein.

Bei Eternal Rhythm zum Beispiel, einem Konzert für Schlagzeug und Orchester, das Rubino zusammen mit dem israelischen Komponisten Avner Dorman geschrieben hat, kommen Töpfe und Traktorteile zum Einsatz. Doch auch an klassischen Schlaginstrumenten wie Marimba, Xylofon und Vibrafon überzeugt Rubino die Kritiker, die seine Empfindsamkeit und seinen Nuancenreichtum rühmen. In diesem Punkt unterscheidet er sich von Grubinger, den Rubino sehr schätzt, der das Schlagzeugspiel aber sehr viel athletischer auffasst. Grubinger veranstaltet vierstündige Schlagzeugmara­thons, Rubino sieht sich eher als »Sänger am Schlagzeug«.

»Beim Üben oder Komponieren singe ich eine Melodie oder Phrase zuerst, bevor ich sie am Schlagzeug zu spielen versuche. Das merkt man vor allem bei langsamen und ruhigeren Teilen: Man spielt sie anders, vielleicht gefühlvoller, wenn man weiß, wie man sie singen würde.« Tatsächlich war Rubino neben seinem Schlagzeugstudium am Turiner Konservatorium fünf Jahre lang im Kinderchor der dortigen Staatsoper.

In der zeitgenössischen Musik ist der Soloschlagzeuger eine relativ neue Erscheinung. Lange waren die Schlagzeuger in klassischen Orchestern hinten versteckt und traten nur punktuell in Erscheinung, wenn sie auf die Pauken hauten oder die Becken scheppern ließen. Rubino steht auf seinen Konzerten vorn auf der Bühne, umringt von seinen Schlaginstrumenten. Mal wirbelt er über die Felle und Hölzer, mal lauscht er mit ­geschlossenen Augen feinsten Schwingungen nach.

Vorangetrieben wurde das junge ­Genre in den vergangenen 40 Jahren von Percussion-Virtuosen wie Evelyn Glennie und Peter Sadlo, die beständig das Repertoire erweiterten und für andere Stilrichtungen wie Weltmusik und Jazz öffneten. Der 2016 verstorbene Sadlo war es auch, der den 18-jährigen Rubino 2011 aus ­Turin nach München holte, um ihn ­weiter auszubilden. Von ihm habe er ­»alles gelernt«, sagt Rubino. »Er hat mich modelliert.«

Inzwischen ist aus Rubino, Preisträger diverser Musikwettbewerbe, selbst ein stilprägender Musiker geworden. Anregungen findet er überall: Zurzeit faszinieren ihn japanische Taiko-Trommler, die ihre fassartigen Instrumente mit ausladenden Bewegungen und mönchischer Spiritualität spielen. Er glaubt, erst in 200 Jahren werde der Fundus an Werken für Schlagzeug ähnlich breit sein wie das für Cellisten heute.

Am 10. April wird Rubino zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks im Prinzregententheater u. a. das Wasserkonzert des chinesischen Komponisten Tan Dun aufführen. Er wird dabei Schalen zum Klingen bringen, die in großen Wasserschüsseln schwimmen, er wird mit Flipflops und Tischtennisschlägern aufs Wasser patschen. Und ein Spaghettisieb benutzen, ein Instrument, das er aus der Küche seiner Mutter kennt.

Text: Thomas Bärnthaler
Setbau: Jörg P. Loose
Fotoassistenz: Lukas Schramm

Im ­Uhrzeigersinn von oben links:    Dessertteller von der Porzellan ­Manufaktur  Nymphenburg  mit den Dekoren »Lebensblumen«, »Belle Epoque«, »Cumberland« und Farbmuster
Im ­Uhrzeigersinn von oben links:
Dessertteller von der Porzellan ­Manufaktur Nymphenburg mit den Dekoren »Lebensblumen«, »Belle Epoque«, »Cumberland« und Farbmuster
Myrzik und Jarisch
Universalgläser »Gio« mit ­farbigem Boden von  LSA
Universalgläser »Gio« mit ­farbigem Boden von LSA
Myrzik und Jarisch
Im Uhrzeigersinn von oben links:   Milchkanne aus Emaille von Riess über  Kustermann ; Dämpfeinsatz für Wok »Multiply« von  WMF ; kleiner ­blauer Kompost­eimer »Bio Buddy« über  Kustermann ; Pfanne aus der  »SensoRed«-­Serie ; XL-Holzkochlöffel über  Hamberger
Im Uhrzeigersinn von oben links:
Milchkanne aus Emaille von Riess über Kustermann; Dämpfeinsatz für Wok »Multiply« von WMF; kleiner ­blauer Kompost­eimer »Bio Buddy« über Kustermann; Pfanne aus der »SensoRed«-­Serie; XL-Holzkochlöffel über Hamberger
Myrzik und Jarisch
Kochtopf »original-profi Collection« von  Fissler
Kochtopf »original-profi Collection« von Fissler
Myrzik und Jarisch
Bunte Emailleschüsseln und Milchtöpfe von Riess, Kar­toffelstampfer aus Holz und Plastiklöffel von Rice, alles über  Kustermann ; Sieb und Schneebesen von  WMF
Bunte Emailleschüsseln und Milchtöpfe von Riess, Kar­toffelstampfer aus Holz und Plastiklöffel von Rice, alles über Kustermann; Sieb und Schneebesen von WMF
Myrzik und Jarisch
Plastikeimer und Wannen in Türkis von Curver und hellrosa Kunststoffschale »Synthesis« von Mepal über  Kustermann .
Plastikeimer und Wannen in Türkis von Curver und hellrosa Kunststoffschale »Synthesis« von Mepal über Kustermann.
Myrzik und Jarisch
Von oben:  Rotes Salatbesteck »Synthesis« von Mepal über  Kustermann ; Thonet-Stuhl »118« von  Sebas­tian Herkner ; orangefarbenes Geschirrtuch »Cold Forest« von  Scholten & ­Baijings ; Schaumlöffel »Profi Plus« (auf dem Boden) und großer Metall­seiher »Gourmet« von  WMF ; Rest von privat
Von oben:
Rotes Salatbesteck »Synthesis« von Mepal über Kustermann; Thonet-Stuhl »118« von Sebas­tian Herkner; orangefarbenes Geschirrtuch »Cold Forest« von Scholten & ­Baijings; Schaumlöffel »Profi Plus« (auf dem Boden) und großer Metall­seiher »Gourmet« von WMF; Rest von privat
Myrzik und Jarisch
Espressobecher »White Spots« aus der »Coppetta«-Serie von Asa ­Selection über  Kustermann
Espressobecher »White Spots« aus der »Coppetta«-Serie von Asa ­Selection über Kustermann
Myrzik und Jarisch
Matt polierte Rührschüssel von  Silit ; Vierkantreibe von WMF; Gastro-Einsatz aus Metall von privat
Matt polierte Rührschüssel von Silit; Vierkantreibe von WMF; Gastro-Einsatz aus Metall von privat
Myrzik und Jarisch
Linker Aufbau von oben nach unten:    Dämpfeinsatz für Wok »Multiply« von  WMF ; XL-Holzkochlöffel von  Hamberger ; Pfanne »SensoRed« von  Fissler .  Rechter Aufbau: Wokdeckel »Multiply« von WMF; roter Plastik­eimer von privat
Linker Aufbau von oben nach unten:
Dämpfeinsatz für Wok »Multiply« von WMF; XL-Holzkochlöffel von Hamberger; Pfanne »SensoRed« von Fissler.
Rechter Aufbau: Wokdeckel »Multiply« von WMF; roter Plastik­eimer von privat
Myrzik und Jarisch
Von links nach rechts:    Rotes Salatbesteck »Synthesis« von Mepal über  Kustermann ; Löffel »Mickey Mouse«, Schneebesen »Rührblitz«, großer und kleiner Fleischhammer und Sahne­spender, alles von  WMF ; kariertes ­Geschirrtuch von  Zollner . In Rubinos Hand: Plastiklöffel von Rice und Cocktail-Rührstäbchen über  Kustermann
Von links nach rechts:
Rotes Salatbesteck »Synthesis« von Mepal über Kustermann; Löffel »Mickey Mouse«, Schneebesen »Rührblitz«, großer und kleiner Fleischhammer und Sahne­spender, alles von WMF; kariertes ­Geschirrtuch von Zollner. In Rubinos Hand: Plastiklöffel von Rice und Cocktail-Rührstäbchen über Kustermann
Myrzik und Jarisch

ließen während der Fotoaufnahmen eine Videokamera mitlaufen. Der dabei entstandene Film (oben im Text zu sehen) zeigt Simone Rubino, wie er sich durch all die ­Küchengeräte trommelt.

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