MusikHammer Hart

Aus Heft 16/17

Lesezeit: 1 Min.

Weissglut stammen aus der Oberpfalz. Sie spielen zehn bis 15 Konzerte im Jahr, ihren größten Auftritt hatten sie 2011 auf dem Summer Breeze Festival vor 5000 Menschen. 2012 gewannen sie die Imitatoren-Castingshow »My Name Is« von RTLII. Der erhoffte Kontakt mit Rammstein blieb aus. Foto: privat
Weissglut stammen aus der Oberpfalz. Sie spielen zehn bis 15 Konzerte im Jahr, ihren größten Auftritt hatten sie 2011 auf dem Summer Breeze Festival vor 5000 Menschen. 2012 gewannen sie die Imitatoren-Castingshow »My Name Is« von RTLII. Der erhoffte Kontakt mit Rammstein blieb aus. Foto: privat Pressebild

Rammstein gehen bald wieder auf Tournee - mit Konzerten in New York, Prag und bei Rock am Ring. Wem das zu weit weg oder zu teuer ist: Hier sind ein paar Alternativen.

Von Theresa Hein

D

Die meisten Tributebands funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Man nehme ein paar Musiker, die ihren Vorbildern halbwegs ähneln, und lasse sie deren Hits unverändert nachspielen, gern in Kostümen. Und ein Bandname muss her, der orginell daherkommt, aber sofort erkennen lässt, wem hier Tribut gezollt werden soll. Fake That. Noasis. AB/CD. Oft werden Bands nachgeahmt, deren Mitglieder verstorben oder zerstritten sind und die deshalb nicht mehr für Konzerte zur Verfügung stehen. Da ist es leicht: Wenn Nirvana nicht mehr auftreten, ist ein Konzert von Nearvana besser als nichts.

Doch es gibt auch Bands, die Nachahmer auf den Plan rufen, obwohl die echte Band noch fleißig Konzerte gibt. Das ist wohl die Königsklasse der Superstars: Kiss (mit ihren Masken eh kaum von Kopien zu unterscheiden), Metallica (spielen nur noch in Riesenhallen). Die einzige deutsche Band in dieser Liga ist Rammstein. Wohl eine Sache von Angebot und Nachfrage: So viele Konzerte könnte die Originalband nicht spielen, wie es Menschen gibt, die ihr Theater erleben wollen: einen Sound wie Fleischklopfer auf Schweineschnitzel, dazu ein Mordsspektakel mit Flammenwerfern, Hebebühnen und Explosionen. Die echten Rammstein haben für dieses Jahr gerade mal zwei Konzerte in Deutschland angekündigt, bei Festivals mit Eintrittspreisen von je mehr als 200 Euro. Ihre Nachahmer Meinstein, Stammheim oder Stahlzeit spielen fast jedes Wochenende irgendwo zwischen Plauen, Oberkalmbach oder Bad Dürkheim. Manchmal auch bei Hochzeiten. Natürlich könnte man jetzt Witze machen über den zusammengebastelten Stil dieser Bands, die der kunstvoll arrangierten Show des Originals halt nur so nahekommen, wie es Ausdauer, Budget und Fantasie erlauben. Doch im Kern sind diese Tributebands etwas Demokratisches, sie ermöglichen Teilhabe für alle. Und vermutlich ist die Verbindung zwischen diesen Bands und ihrem Publikum noch enger als bei Auftritten der Originale. Hier treten Fans vor Fans auf. Vor der Bühne stehen Menschen, denen es nicht reicht, die Show ihrer Idole nur auf DVD zu erleben. Und auf der Bühne stehen Menschen, die Rammstein so sehr verehren, dass sie am liebsten Rammstein wären.

Fotos: Liebeliese; Sascha Bett; Christian A. Esche; Alfredo Geisse; privat

Völkerball treiben seit 2008 die Imitation ihrer Vorbilder bis zur Perfektion, benannt haben sie sich nach einer Live-DVD von Rammstein. Die meisten ihrer Shows sind ausverkauft, die Zusatzkonzerte ebenfalls. Foto: Christian A. Esche
Völkerball treiben seit 2008 die Imitation ihrer Vorbilder bis zur Perfektion, benannt haben sie sich nach einer Live-DVD von Rammstein. Die meisten ihrer Shows sind ausverkauft, die Zusatzkonzerte ebenfalls. Foto: Christian A. Esche Pressebild
Feuerengel gibt es seit zwanzig Jahren, die Band trat schon vor 8000 Besuchern auf. In den Katakomben des Olympiastadions Berlin spielten sie 2005 auf einer Rammstein-Party vor den Augen der echten Band. Handflammenwerfer und der brennende Mantel sind Teil ihrer Show. Foto: Sascha Bett
Feuerengel gibt es seit zwanzig Jahren, die Band trat schon vor 8000 Besuchern auf. In den Katakomben des Olympiastadions Berlin spielten sie 2005 auf einer Rammstein-Party vor den Augen der echten Band. Handflammenwerfer und der brennende Mantel sind Teil ihrer Show. Foto: Sascha Bett Pressebild
Stahlzeit sind die bekannteste Rammstein-Tribute-Band. Sie geben rund achtzig Konzerte im Jahr und sind mit drei Trucks voller Ausrüstung unterwegs, samt Hebebühnen und Flammenwerfern. Angefangen haben sie auf Kulmbacher Vereinsfesten, heute füllen sie die Jahrhunderthalle in Frankfurt. Foto: privat
Stahlzeit sind die bekannteste Rammstein-Tribute-Band. Sie geben rund achtzig Konzerte im Jahr und sind mit drei Trucks voller Ausrüstung unterwegs, samt Hebebühnen und Flammenwerfern. Angefangen haben sie auf Kulmbacher Vereinsfesten, heute füllen sie die Jahrhunderthalle in Frankfurt. Foto: privat Pressebild
Meinstein kommen aus Barcelona. Der Sänger Erik Segel, 23, (Mitte), imitierte Till Lindemann schon mit 13 vor dem Spiegel, mit der Musik von Rammstein lernte er Deutsch. Freunde und Familie helfen beim Aufbau der Shows. Foto: Alfredo Geisse
Meinstein kommen aus Barcelona. Der Sänger Erik Segel, 23, (Mitte), imitierte Till Lindemann schon mit 13 vor dem Spiegel, mit der Musik von Rammstein lernte er Deutsch. Freunde und Familie helfen beim Aufbau der Shows. Foto: Alfredo Geisse Pressebild
Die Bestien spielen nur bis zu acht Konzerte im Jahr, proben aber wöchentlich. Auf dem Magic-Bike-Festival in Rüdesheim spielen sie vor ein paar Tausend Menschen. Für rammsteingemäße Pyrotechnik fehlt der Band das Geld, schwarze Farbe im Gesicht muss es auch tun. Foto: Liebeliese
Die Bestien spielen nur bis zu acht Konzerte im Jahr, proben aber wöchentlich. Auf dem Magic-Bike-Festival in Rüdesheim spielen sie vor ein paar Tausend Menschen. Für rammsteingemäße Pyrotechnik fehlt der Band das Geld, schwarze Farbe im Gesicht muss es auch tun. Foto: Liebeliese Pressebild
Stamm­heim haben vor 2000 Menschen gespielt – und vor sieben. Im Jahr 2000 trafen sie Rammstein in Berlin. »Als ich sagte, wir heißen Stammheim, hat Paul Landers, der Gitarrist, laut gelacht. Den Namen fand er ziemlich gut«, sagt der Keyboarder Olaf Heeg. Foto: privat
Stamm­heim haben vor 2000 Menschen gespielt – und vor sieben. Im Jahr 2000 trafen sie Rammstein in Berlin. »Als ich sagte, wir heißen Stammheim, hat Paul Landers, der Gitarrist, laut gelacht. Den Namen fand er ziemlich gut«, sagt der Keyboarder Olaf Heeg. Foto: privat Pressebild
Illustration: Grafilu

war in der achten Klasse, als jemand ein Referat über Rammstein hielt. Kein anderer musikalischer Moment ihrer Jugend hat sie so erschreckt.

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