ModeTraum zu verkaufen

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Cass Bird

Polo Ralph Lauren gilt als konservative Kleidung für Country Clubs. Laurens Geschäftsmodell dagegen war radikal und abgefahren. Wie aus dem Einwandererkind Ralph Lifshitz der globale Unternehmer Ralph Lauren wurde – und was seine Lebensgeschichte uns lehrt.

Von Lorenz Wagner

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Und dann steht da eine Gitarre, zwischen all dem Krimskrams, zwischen Teddybären, Büchern und Bildern, dem Tennisschläger und dem Fahrrad mit Plattfuß, den Spielzeugautos und Spielfiguren, Batman, Indiana Jones und Marlon Brando aus Plastik, da steht also diese Gitarre, gleich neben dem Schreibtisch, eine Steel Guitar, aus Metall, ein Blickfang, lässig angelehnt, rundlich silbern, in den Saiten ein blaues Spielplättchen. Ob er manchmal darauf spiele? Natürlich nicht. Er hat sie gekauft, weil er sie schön fand. Aber Paul McCartney hat sie gespielt, er hat ihn in seinem Büro hier in der Madison Avenue in New York mal besucht, erzählt Ralph Lauren, weil McCartney einen Rat brauchte. Er sah die Gitarre und hat sie gleich gestimmt, und »sein Stimmgerät«, wie Ralph Lauren das Spielplättchen nennt, hat er danach in die Saiten gesteckt. Seitdem steht sie so da, gegenständlich, zugleich Illusion, Träumerei, ganz wie es Laurens Art ist: Hat er nicht sein Unternehmen »Polo« genannt, obwohl er damals noch nie ein Polospiel gesehen hatte? »Erst 20 Jahre später, in Paris, sah ich mal eines.« Er hat auch nie in seinem Leben Polo gespielt. »Aber ich kannte das Image. Die Leute, die Polo spielten, waren Avantgarde, glamourös, sie hatten viel Geld, denn sie mussten Pferde halten.« Avantgarde, Glamour – da wollte er hin.

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