In Andreas Nuslans Keller schimmelt es. Und Nuslan, den freut’s. Wenn er Schimmel sieht, weiß er, dass sein größter Feind fern ist: die Motte. Motten im Keller, das wäre für ihn, einen Hutmacher, das Allerschlimmste. Sie würden sich durch die Rohlinge, so heißen die zukünftigen Hüte, fressen, und dann wär’s das mit den Hüten. »Drum ziehst ma schön die Tür zu, gell?«, sagt Andreas Nuslan, der von allen Andi genannt wird. In seinem Keller, dessen Eingang unter dem einen Haus ist, sich aber noch unterm Nachbarhaus windet, soll es schön feucht bleiben. Feuchte bedeutet: Schimmel. Der hält nicht nur die Motten fern. Er bedeutet auch: samtweiches Material.
ModeDer Hutkönig
Aus Heft 39/22
Lesezeit: 6 Min.

Für das Foto hat es Nuslan als der wahre Hutmacher selbst aufgezogen. Anna Aicher
Andi Nuslan ist einer der letzten Hutmacher Deutschlands. John F. Kennedy hätte ihn fast um seinen Job gebracht, der Playboy machte ihn berühmt. Heute ordern Markus Söder und die Beckhams bei ihm – nur einen Nachfolger findet er nicht.
Von Astrid Probst Fotos: Anna Aicher
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