ModeAlt und modisch

Aus Heft 36/14

Lesezeit: 4 Min.

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Kleidung und Möbel von früher haben dank neuer Vintageläden endlich wieder eine Zukunft. Die besten Fundgruben der Republik.

Von: Marie-Therese Freise

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1. TOWNES

Shoko Kawaida sammelt ihre Auswahl auf der ganzen Welt zusammen und kombiniert sie zu »Komplettlooks« - von Rock und Jacke bis Schmuck und Schuhe. Leider will man dann meistens gleich alles kaufen.
Shoko Kawaida sammelt ihre Auswahl auf der ganzen Welt zusammen und kombiniert sie zu »Komplettlooks« - von Rock und Jacke bis Schmuck und Schuhe. Leider will man dann meistens gleich alles kaufen. Pressebild
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Was gibt es zu entdecken?
Berlins neue erste Adresse für Vintagemode: Comme des Garçons trifft Sechzigerjahre, Courrèges trifft gehäkelte Nylon-Tragetasche mit Holzgriff.

Wer steht dahinter?
Shoko Kawaida stammt aus Japan, ist in Arkansas aufgewachsen, hat in Arnheim Mode studiert und in Paris für verschiedene Designer gearbeitet - ähnlich bunt gemischt sind auch die Kleidungsstücke, die sie auf internationalen Flohmärkten findet. Wie eine Stylistin dekoriert sie dann »Komplettlooks« zu aktuellen Trends zusammen, weshalb man nie das Gefühl hat, etwas Altes zu kaufen, sondern etwas, was nur auf seine Zeit gewartet hat.

Schönstes Fundstück
Apfelgrünes Sommerkleid von André Courrèges aus den Sechzigern mit, genau: aufgedruckten Äpfeln.

Linienstraße 56, 10119 Berlin

2. SCHLICHT DESIGN

»Schlicht« ist eigentlich nicht die richtige Beschreibung für diese Auswahl: Hier gibt es so viel Gold, Glanz und polierte Flächen zu entdecken, dass man danach erst einmal geblendet ist. Stücke wie der goldverzierte Apfel (oben) als Champagnerkühler sind immer besonders schnell vergriffen.
»Schlicht« ist eigentlich nicht die richtige Beschreibung für diese Auswahl: Hier gibt es so viel Gold, Glanz und polierte Flächen zu entdecken, dass man danach erst einmal geblendet ist. Stücke wie der goldverzierte Apfel (oben) als Champagnerkühler sind immer besonders schnell vergriffen. Pressebild
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Was gibt es zu entdecken?
Möbel und Designobjekte im »Hollywood Regency«-Stil: sehr dekorativ, sehr ausgefallen. Oder einen italienischen Barschrank von Aldo Tura aus den Fünfzigern - überzogen mit lackiertem Ziegenleder.

Wer steht dahinter?
Alexander Schlicht war früher Unternehmensberater, aber schon immer gern auf Flohmärkten unterwegs. Seit fast 15 Jahren betreibt er nun das Schwabinger Geschäft, das vor allem Stammkunden besuchen. So oft wie möglich fährt er mit seinem Wagen nach Frankreich und Italien auf der Suche nach neuen, ausgefallenen Stücken. Für Schlicht muss nicht unbedingt ein großer Name daraufstehen, die könne seiner Meinung nach ja jeder finden. Hauptsache, es gefällt, ist gut gearbeitet und gut erhalten.

Schönstes Fundstück Goldene Stehlampen in Palmenform aus den Siebzigern von Hans Kögl, jede ein Unikat.

Georgenstraße 70, 80799 München, Tel. 089/27 77 40 60, schlicht-designmoebel.com

3. DOWN BY RETRO

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Zwei Läden in einem: Laura Le Marchand (links) ist für die Auswahl der Mode zuständig, Etienne Dauta für die richtige Mischung der Schallplatten.
Zwei Läden in einem: Laura Le Marchand (links) ist für die Auswahl der Mode zuständig, Etienne Dauta für die richtige Mischung der Schallplatten. Pressebild

Was gibt es zu entdecken?
»Platten und Klamotten« sagen die Berliner Kunden. Neben einer gut kuratierten Auswahl bezahlbarer Vintagekleidung und Accessoires findet man jede Menge neue wie seltene Schallplatten.

Wer steht dahinter? Das Pariser Duo Laura Le Marchand und Etienne Dauta kommt eigentlich aus der Musikbranche. Vor einem Jahr eröffneten die beiden den Laden im aufstrebenden Weserkiez - mit zu Neukölln passendem Sortiment: Vintagemode ohne Label oder von eher jüngeren Marken wie A.P.C. Überflüssig zu erwähnen, dass hier immer gute Musik läuft.

Schönstes Fundstück Weißer Achtzigerjahre-Badeanzug mit hohem Beinausschnitt, tiefem Dekolleté und bezogenen Knöpfen.

Weserstraße 189, 12045 Berlin, www.downbyretro.com

Eine Safarijacke von Yves Saint Laurent, die in den Sechzigern von Veruschka getragen wurde.

4. LUNETTES

Uta Geyer versteht etwas von ihrem Geschäft: Sie ist, wie man sieht, selbst Brillenträgerin. Im alten Brillenschrank aus den Fünfzigerjahren lagern neben ihren eigenen Entwürfen auch Einzelstücke und Vintage-Brillen aus vergangenen Zeiten.
Uta Geyer versteht etwas von ihrem Geschäft: Sie ist, wie man sieht, selbst Brillenträgerin. Im alten Brillenschrank aus den Fünfzigerjahren lagern neben ihren eigenen Entwürfen auch Einzelstücke und Vintage-Brillen aus vergangenen Zeiten. Pressebild
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Was gibt es zu entdecken?
Ausschließlich Brillen, dafür in allen erdenklichen Varianten. Wer ausgefallene Sonnenbrillen oder eine original Nerdbrille aus den Siebzigern sucht, wird sie hier oder nirgends finden. Mittlerweile gibt es außerdem die handgefertige Eigenmarke »Lunettes Kollektion«.

Wer steht dahinter?
Uta Geyer suchte eine Brille, aber alle Modelle waren ihr entweder zu langweilig oder hatten zu große Logos. Irgendwann stand sie in einem alten Laden, der seine Bestände auflöste - da war die Idee mit dem Vintagestore geboren. Der schöne Fünfzigerjahre-Brillenschrank von damals ist nun das Herzstück von Lunettes in der Torstraße. Hier lagern all die Schätze, die Geyer aus alten Lagerbeständen aufkauft - die antiken Brillen sind also nicht verkratzt, sondern ungetragen, die Gläser dazu werden vom hauseigenen Optikermeister angepasst.

Schönstes Fundstück
Sonnenbrille von Christian Lacroix, die einem Zwicker aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden ist, aber normale Brillenbügel hat.

Torstraße 172, 10115 Berlin, Tel. 030/20 21 52 16, lunettes-selection.de


5. SECONATA

Der Abendrock aus Taft stammt aus Yves Saint Laurents sogenannter Russischer Kollektion von 1976. Einige der Pumps, die Christoph Grosser in seinen Regalen stehen hat, sind hingegen erst wenige Saisons alt.
Der Abendrock aus Taft stammt aus Yves Saint Laurents sogenannter Russischer Kollektion von 1976. Einige der Pumps, die Christoph Grosser in seinen Regalen stehen hat, sind hingegen erst wenige Saisons alt. Pressebild
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Was gibt es zu entdecken?
Secondhand und hochwertige Designer-Vintagekleidung für Frauen, Schwerpunkt Yves Saint Laurent, Chanel, Dior.

Wer steht dahinter?
Christoph Grosser hat mal als Designer für Jil Sander gearbeitet, aber eigentlich interessierte ihn schon damals viel mehr die Kleidung, die bereits eine Geschichte zu erzählen hatte. Inzwischen führt er den Laden an der Außenalster seit zwanzig Jahren, seine Yves-Saint-Laurent-Sammlung ist mittlerweile so bekannt, dass selbst Leute aus den USA, Frankreich und England ihm ihre Erbstück überlassen, damit sie in ausgesuchte Hände gelangen.

Schönstes Fundstück
Safarijacke von Yves Saint Laurent, die in den Sechzigern von Veruschka während eines Fotoshootings getragen wurde.

Milchstraße 24, 20148 Hamburg, Tel. 040/410 25 25, seconata.de


6. JOCHUM RODGERS

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Jochum (links) und Rodgers auf einem Sofa aus den Vierzigern unter einer Lampe von Pietro Cascella.
Jochum (links) und Rodgers auf einem Sofa aus den Vierzigern unter einer Lampe von Pietro Cascella. Pressebild

Was gibt es zu entdecken?
Möbel und Objekte aus der Zeit zwischen 1900 bis 1980 sowie von Künstlern entworfene Unikate. Außerdem finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Wer steht dahinter?
Hans Peter Jochum begann in den Achtzigern mit einer eigenen kleinen Sammlung an Möbeln. Inzwischen verfügt er über ein exzellentes Netzwerk in Italien, woher die meisten seiner Stücke stammen. Erst kürzlich ist der Laden, den er mit seinem Partner Jett Rodgers führt, in die neuen Räume in Charlottenburg gezogen.

Schönstes Fundstück
Spiegel-Sessel der Designerin Nanda Vigo, von innen beleuchtbare Stühle aus den Sechzigern, die aus einem Partykeller einer Villa in Como stammen.

Mommsenstraße 3, 10629 Berlin, Tel. 030/882 16 12, www.hpjochum.de

Eine Safarijacke von Yves Saint Laurent, die in den Sechzigern von Veruschka getragen wurde.

7. VINTAGE LOVE

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Was gibt es zu entdecken?
Eigenwillige Mischung von Mode und Accessoires der Vierziger- bis Achtzigerjahre, Schwerpunkt »Disko«. Zur Wiesn-Saison außerdem Vintage-Dirndl und andere Trachten.

Wer steht dahinter?
Inge Grandl ist eine Münchner Institution, sie und ihr Mann erfanden in den Achtzigern das »P1« und das »Parkcafé«. Mit großen Auftritten kennt sich Grandl also aus, außerdem hat sie aus dieser Zeit noch hervorragende Quellen. Wer etwas wirklich Ausgefallenes zum Ausgehen, Feiern oder Heiraten sucht, sollte hier schauen.

Schönstes Fundstück
Paillettenkostüm von Yves Saint Laurent Couture, komplett bestickt, mehrere Kilo schwer und mit einer Nummer versehen, welche Schneiderin es gefertigt hat.

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Foto: Wer sich schon einmal gefragt hat, warum die junge Verkäuferin fast so gut über Partykleider und Abendtaschen Bescheid weiß wie die Besitzerin Inge Grandl, es ist ihre Tochter Dominique Trowe.

Frauenstraße 22, 80469 München, Tel. 089/25 54 22 07, vintageandmore.de

(Fotos: Kathrin Spirk, Monika Keiler; Markus Burke)

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