SZ-Magazin: Was können Sie sich leichter merken: Menschen oder Zitate?
Richard David Precht: Zitate. Ich kann Ihnen noch alle Gedichte aufsagen, die ich in der Schule auswendig lernen musste, einschließlich der zwanzig Strophen von Schillers Bürgschaft. Ich kann auch viele Romananfänge auswendig. Dafür kommt es vor, dass ich mir mitunter die Gesichter von Menschen nicht gut genug merke. Erst wenn klar wird, worüber ich mit jemandem geredet habe, fällt mir oft wieder ein, wen ich vor mir habe.
Literatur»Mit Hegel bin ich nie warm geworden«
Aus Heft 22/18
Lesezeit: 22 Min.

Von den Philosophen Theodor W. Adorno und Ernst Bloch sagt Precht, sie seien sehr eitel gewesen. Er selbst habe nichts dagegen, als Schönling bezeichnet zu werden.
Markus BurkeRichard David Precht beklagt den schlechten Ruf der Philosophen, die sich leicht verständlich ausdrücken - und erzählt, warum ihn ein amüsiertes Lächeln seines Vaters bis heute antreibt.
Interview: Sven Michaelsen Fotos: Markus Burke