LiteraturDas Tor

Aus Heft 34/21

Lesezeit: 11 Min.

Mit ihrem Roman  Dann schlaf auch du  wurde die gebürtige Marokkanerin über Nacht berühmt. Sie studierte Politik an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po und sagt, sie fühle sich zu 100 Prozent französisch und marokkanisch. Ihr neues Buch heißt Das Land der Anderen.
Mit ihrem Roman Dann schlaf auch du wurde die gebürtige Marokkanerin über Nacht berühmt. Sie studierte Politik an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po und sagt, sie fühle sich zu 100 Prozent französisch und marokkanisch. Ihr neues Buch heißt Das Land der Anderen. Foto: Francesca Mantovani/Éditions Gallimard

»Ain’t No Sunshine« – ein Song, vier Geschichten. Hier schreibt Leïla Slimani über die Welt, die sich während der Corona-Pandemie in einem Pariser Hof auftut.

Von Leïla Slimani

I

Ich hasse die Schule. Mama mag nicht, wenn ich das sage, aber es stimmt. Sie versteht es sowieso nicht. So sind die Erwachsenen eben. Sie sind wie Leute, die durch einen Schneesturm laufen, und wenn sie sich umdrehen, sehen sie ihre Fußstapfen hinter sich nicht mehr. Die Erwachsenen haben vergessen, wie es ist, ein Kind zu sein. Einmal hat meine Mutter mir geschworen, dass sie sich nicht an die Schmerzen bei der Geburt ­erinnert. Und dass das absichtlich so wäre, denn sonst würden die Frauen nie wieder ein Baby kriegen wollen. Vielleicht vergessen sie deshalb, wie es ist, ein Kind zu sein: weil es zu sehr wehtut.

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