Literatur»Ich war noch nie auf einer Demonstration. Ich bin selber eine«

Aus Heft 50/20

Lesezeit: 33 Min.

Er sah sein Leben eher als Komödie: Friedrich Dürrenmatt, hier im Jahr 1977, war trotz seiner Zuckerkrankheit ein immenser Trinker.
Er sah sein Leben eher als Komödie: Friedrich Dürrenmatt, hier im Jahr 1977, war trotz seiner Zuckerkrankheit ein immenser Trinker. Foto: Ruedi Bliggenstorfer

Vor 30 Jahren starb der Dramatiker Friedrich Dürrenmatt, im kommenden Monat wäre sein 100. Geburtstag. Wir ehren ihn, indem wir ihn posthum befragen: ein Gespräch, in dem alle Antworten aus Dürrenmatts Werken und Interviews stammen.

Text-Collage: Sven Michaelsen

S

SZ-Magazin: Als Sie noch keinen Chevrolet Bel Air oder Jaguar fuhren, gaben Sie Ihre Preisgelder an junge Kollegen weiter. Wie handhaben Sie es heute?
Friedrich Dürrenmatt: Ich glaube, es war der Maler Max Ernst, der kaufte sich als überzeugter Kommunist einen Rolls-Royce, fuhr damit durch die Arbeiterviertel und schrie: »Nieder mit dem Proletariat!« Zur Rechenschaft gezogen, antwortete er: »Es ist meine politische Pflicht, die Kerle in Rage zu bringen.« Meine Preise sind mein Rolls-Royce.

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