Dana Vowinckel im Interview»Ich finde generell, dass eine Verschmelzung gar nicht wünschenswert wäre«

Lesezeit: 13 Min.

Dana Vowinckel hat mit 30 Jahren zwei Romane geschrieben:  Gewässer im Ziplock  ist eine Familiengeschichte –  Anton und Alma  eine Liebesgeschichte, in der aktuelle Diskurse nahezu in Echtzeit verhandelt werden.
Dana Vowinckel hat mit 30 Jahren zwei Romane geschrieben: Gewässer im Ziplock ist eine Familiengeschichte – Anton und Alma eine Liebesgeschichte, in der aktuelle Diskurse nahezu in Echtzeit verhandelt werden.
Foto: Max Zerrahn / Suhrkamp Verlag

Herkunft, Religion und politische Ansichten wirken in Beziehungen hinein. Die Schriftstellerin Dana Vowinckel im Gespräch über die Frage, ob Liebe Unterschiede überbrücken kann – und wann Annäherung zur Selbstaufgabe wird.

Interview von Daniela Gassmann

J

Julihitze in Basel, die Menschen schwimmen im Rhein, und Dana Vowinckel hat Zeit. Ein guter Monat, dann wird ihr zweiter Roman Anton und Alma erscheinen, ein Suhrkamp-Spitzentitel, der vorab für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Sie trägt Schlappen zum Kleid und plaudert entspannt. Erzählt von der Wanderung am Geburtstag ihres Mannes, der gerade in der Gegend einen Film dreht, und davon, wie peinlich sie den Sonnenbrand in ihrem Nacken finde. Mit einem Flat White in der Hand führt Vowinckel durch die Stadt. Immer wieder bleibt sie stehen. Zeigt auf das Geplätscher des Tinguely-Brunnens, schwärmt vom Blau des Flusses, in dem auch ihre Figuren Anton und Alma glücklich sind, und ärgert sich, keinen Badeanzug dabeizuhaben. Dann kommt sie zu den großen Themen dieses Gesprächs. Zum 7. Oktober und seinen Folgen, zu jüdischem Leben, Konversionen – und zu der Frage, was man sich von der Liebe überhaupt versprechen kann.

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